Kerosin: Muss man für die bevorstehende Reisezeit mit Knappheit rechnen?
Muss man für die bevorstehende Reisezeit mit Treibstoffknappheit rechnen?
Antwort: Die Kerosinvorräte reichen noch ein paar Wochen. Doch Lieferanten könnten Nachschub bis in den Mai hinein nicht garantieren. Dies verkündete der Flughafenverband Airports Council International (ACI) vergangene Woche. „Das müssen wir für Europa wissen. In den Raffinerien ist weniger Produkt für den Flugverkehr vorhanden als woanders in der Welt“, erläutert ACI World Präsident Jost Lammers, zugleich CEO des Flughafen München, im KURIER-Gespräch. ACI World vertritt die Interessen von 2.200 Flughäfen in 170 Ländern. „Aktuell sehen wir keine Flüge (in Europa), die gestrichen werden wegen Kerosin-Knappheit. Aber wir verfolgen das Preisniveau für Kerosin. Das ist etwas, was Sorgen bereiten muss“, so Lammers.
Hilferufe zwecks geringer Treibstoffversorgung kommen von Flughäfen in Asien oder aus dem Mittleren Osten. „Ich habe schon wahrgenommen, dass Flüge reduziert werden müssen, weil teilweise keine Versorgungssicherheit da war“. Aber dieses Szenario ist regional sehr unterschiedlich. Für Lammers ist klar: Die Versorgung der Flughäfen mit Treibstoff bleibt die größte Herausforderung für die nächsten Monate. Passagiere müssen im April mit einem weiteren Anstieg der Ticketpreise rechnen, wie aus dem Lufthansa-Konzern zu vernehmen ist. Auch wenn die Straße von Hormus umgehend für Öltransporte öffnen würde, dauert es Wochen, bis wieder Nachschub aus der Golfregion nach Europa kommt. Eine Entspannung der Ticketpreise wird es in nächster Zeit nicht geben.
Zum Autor:
Kurt Hofmann arbeitet seit dreißig Jahren als Journalist sowie seit 2000 als Luftfahrt-Experte für internationale TV-Stationen. Fragen mit Betreff „Überflieger“ an: reise@kurier.at
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