FILE PHOTO: Bonanza Creek Ranch where on the film set of "Rust" Hollywood actor Alec Baldwin fatally shot cinematographer Halyna Hutchins in Santa Fe

Security am Filmset von "Rust"

© REUTERS / ADRIA MALCOLM

Chronik Welt

Nach Tod am Baldwin-Filmset: Anklage nicht ausgeschlossen

Hinweise auf laxe Sicherheitsvorkehrungen bei den Dreharbeiten.

10/27/2021, 05:10 AM

Viele Fragen sind nach dem Tod einer Kamerafrau bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin noch offen. Am Mittwoch (Ortszeit) wollen die Behörden in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexiko erstmals öffentlich in einer Pressekonferenz zu den laufenden Ermittlungen Stellung nehmen. Die zustÀndige Bezirks-StaatsanwÀltin Mary Carmack-Altwies sagte vorab in einem Interview mit der New York Times, dass auch eine Strafverfolgung in dem Fall möglich sei.

"Wir haben noch nichts ausgeschlossen", wurde Carmack-Altwies am Dienstag von der Zeitung zitiert. "Zu diesem Zeitpunkt ist alles, einschließlich strafrechtliche Anklage, auf dem Tisch." Im Mittelpunkt stĂŒnden derzeit ballistische Untersuchungen, um zu klĂ€ren, welche Art von Munition verwendet wurde und wie sie in die Waffe hineinkam.

"Kalte Waffe"

Bei dem Vorfall wĂ€hrend der Dreharbeiten zu dem Western "Rust" auf einer Filmranch in New Mexico war am vorigen Donnerstag die 42 Jahre alte Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt worden. Hauptdarsteller Baldwin (63) hatte die Waffe bei der Probe fĂŒr eine Szene abgefeuert. Laut einem Polizeibericht hatte der Regieassistent dem Schauspieler bei der Übergabe der Pistole gesagt, dass es sich um eine "kalte Waffe" ohne Munition handele. Der Assistent habe nach eigener Aussage nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte.

Regisseur Joel Souza (48) war bei dem Zwischenfall an der Schulter verletzt worden, konnte das Krankenhaus aber wenig spĂ€ter wieder verlassen. Souza stand zum Zeitpunkt des tödlichen Vorfalls hinter der Kamerafrau. Die Dreharbeiten fĂŒr den Western wurden ausgesetzt.

"Große Mengen" von Munition am Set

Carmack-Altwies zufolge könnten sich die Ermittlungen ĂŒber Wochen oder Monate hinziehen, ehe es zu einer möglichen Anklage kommen könnte. Es habe "große Mengen" von Munition am Set gegeben, sage die StaatsanwĂ€ltin der "New York Times". Nach Angaben der Polizei seien bei der Durchsuchung des Drehorts drei Revolver, gebrauchte Patronen und Munition unter anderem in Schachteln, lose und in einer GĂŒrteltasche gefunden worden.

Der Regieassistent, der Baldwin die Waffe ĂŒbergab, sei 2019 wegen eines Ă€hnlichen Vorfalls bei einem Film entlassen worden, berichteten zahlreiche US-Medien. Bei dem Dreh zu "Freedom's Path" sei damals ein Tontechnik-Mitarbeiter leicht verletzt worden, nachdem unerwartet eine Requisitenwaffe losgegangen sei, hieß es unter Berufung auf die Produktionsfirma des Films.

Kritik wurde nach Medienberichten auch an der 24 Jahre alten Waffenmeisterin laut, die fĂŒr die ordnungsgemĂ€ĂŸe Handhabung aller Waffen am Set zustĂ€ndig war. "Rust" war erst der zweite Film, an dem sie in dieser Funktion beteiligt war.

Vermutungen ĂŒber laxe Sicherheitsvorkehrungen wurden auch von einem Bericht der Nachrichtenseite "The Wrap" gestĂŒtzt, wonach einige Crewmitglieder in ihrer Freizeit angeblich scharfe Munition benutzten, um auf Bierdosen zu schießen. Die Quellen wurden nicht namentlich genannt. Demnach hĂ€tte ein derartiges Zielschießen am Morgen, wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall am Set, stattgefunden, sagte "The Wrap"-Journalistin Sharon Waxman dem Sender CNN. Eine dieser Waffen sei spĂ€ter am Set an Baldwin weitergereicht worden.

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