Letzte Stierhatz in Pamplona: Mehrere Verletzte durch Hornstöße
Bei der letzten Stierhatz des diesjährigen San-Fermín-Festes sind im nordspanischen Pamplona zwei Läufer durch Hornstöße erheblich verletzt worden. Ein 18-Jähriger sei am Oberschenkel aufgespießt worden, ein 46-Jähriger von einem der bis zu 600 Kilogramm schweren Kampfbullen am Brustkorb getroffen worden, so die Organisatoren. Insgesamt gab es zum Abschluss zehn Verletzte. Darunter auch ein Brite, der trotz seiner 86 Jahre am gefährlichen wie umstrittenen Event teilnahm.
Der Mann aus Halesowen bei Birmingham habe Verletzungen an der rechten Hand, an der linken Augenbraue und am linken Ellenbogen erlitten, hieß es. Das letzte sei das gefährlichste der insgesamt acht Rennen des Jahres gewesen, bilanzierte der staatliche TV-Sender RTVE.
Verletzungen durch Hornstöße sind in Pamplona relativ selten, kommen aber immer wieder vor. Dieses Jahr wurden zum Beispiel bei den acht Läufen insgesamt mehr als 70 Teilnehmer verletzt, aber nur fünf durch Hornstöße. Bei der dritten Stierhatz hatte es dieses Jahr auch einen Deutschen erwischt. Der 29-Jährige wurde dabei vom Horn eines Bullen am linken Arm verletzt.
Das letzte Todesopfer gab es vor 17 Jahren
Alle Verletzten des letzten Laufes seien Männer im Alter zwischen 18 und 86 Jahren, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Die meisten von ihnen seien Spanier. Sie seien mit Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Schnittwunden und Knochenbrüchen in Krankenhäuser gebracht worden.
Das Fest zu Ehren des Stadtheiligen San Fermín hatte am 6. Juli begonnen. Beim Festival werden täglich am Morgen sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen zusammen mit zahmen Leitochsen durch die Gassen der Altstadt für die Stierkämpfe ab dem späten Nachmittag in die Arena gejagt.
Bei den Mutproben über die rund 825 Meter lange Strecke werden jedes Jahr viele Läufer verletzt. Seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1924 gab es auch 16 Todesopfer. Die meisten von ihnen starben durch Hornstöße. Den letzten Toten gab es 2009. Die Eltern des damals am Hals tödlich getroffenen 27-Jährigen reisen seither jedes Jahr nach Pamplona, um ihres Sohnes zu gedenken.
Es ist „mittelalterliche Tortur“, klagen Kritiker
Auch dieses Jahr protestierten Tierschutzgruppen gegen die traditionsreiche Veranstaltung, die bereits seit 1591 stattfindet, inzwischen aber auch in Spanien umstritten ist. Kritiker sprechen von „mittelalterlicher Tortur“. Trotzdem lockt das Fest weiterhin Zehntausende Touristen aus aller Welt an, vor allem aus Europa, Asien und den USA. Über Pamplona schrieb der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem ersten größeren Roman „Fiesta“ (1926).
Für größere Aufregung sorgte dieses Jahr ein als Joker verkleideter US-Influencer, der entgegen den Sicherheitsvorschriften mit einem Handy in der Hand gelaufen war und auch andere Regeln missachtet hatte. Die Polizei nahm den Mann vorläufig fest. Wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit könnte er laut Medien mit einer Geldstrafe von bis zu 6.000 Euro belegt werden.
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