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Chronik Welt
10/21/2018

Marokkanische "Audi-Bande": "Täter aus Champions League"

Mit härteren Strafen will man das äußerst lukrative Geschäft der Bankomat-Sprenger zerstören.

von Susanne Bobek

Am Mittwoch gingen Bankomat-Sprenger bei München einem Spezialkommando der Polizei in die Falle. Vier Mitglieder wurden festgenommen. Bei einem Schusswechsel wurde einer der Täter verletzt, ein Polizist erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch, als die Täter mit einem 450 PS starken Audi sein Polizeiauto wegräumten.

Die meisten Mitglieder der sogenannten „Audi-Bande“ kommen aus den Vorstädten von Amsterdam und Utrecht und haben marokkanische Wurzeln. Sie leben von Sozialhilfe, fahren aber Audis, die sie vor jedem Coup stehlen. Seit Jahren agiert die Audi-Bande nicht nur in den Niederlanden, sondern immer häufiger in den Nachbarländern wie Deutschland. Mit harten Strafen von bis zu zwölf Jahren Haft will man den harten Kern von etwa 250 Männern zerschlagen.

Nachahmungstäter der Audi-Bande kommen oft aus Osteuropa und haben im April in der Gegend um Krems schwere Sprengungen verübt. Sie sind aber im Vergleich zu den Marokkanern fast harmlos, denn sie riskieren nicht, dass sie ganze Häuser dabei in Brand setzen.

Die Marokkaner aus den Niederlanden, „das sind Täter aus der Preisklasse Champions League“, sagte der Münchner Polizeisprecher Marcus Da Gloria Martins der Süddeutschen Zeitung. Die Gangster seien effizient, aber vor allem absolut rücksichtslos.

Die Coups laufen nach einem Muster ab: Die weiblichen Mitglieder der Bande spionieren die guten Lagen von Bankomaten in einer bestimmten Gegend aus und mieten Wohnungen an. Dann kommen die Männer. Zuerst werden Kennzeichen gestohlen, dann superstarke, neue Audis. Dann geht es los zum Zielobjekt Bankomat. Mit Gas dichten sie die Fugen ab, zünden die Lunte, klauben die Geldkassette aus den Trümmern und flüchten. Im Raum München wurden so innerhalb kurzer Zeit 900.000 Euro erbeutet.

Doch am Mittwoch schnappte die Falle zu: Wie die Ermittler der Gruppe auf die Schliche gekommen sind, wird nicht verraten.

In den Niederlanden, wo Bankomat-Sprengungen seit 2005 praktiziert werden heißt die Audi Bande übrigens Plofkrakers, was so viel wie Knallknacker heißt.

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