Seltener Riesenhai tot an dänischem Urlaubsstrand entdeckt
Ein Riesenhai mit weit geöffnetem Maul: Trotz seiner imposanten Größe ist der Meeresriese für Menschen ungefährlich und ernährt sich hauptsächlich von Plankton.
Ein ungewöhnlicher Fund beschäftigt Meeresbiologen in Dänemark: An der Küste bei Ålbæk im Norden Jütlands ist ein 4,85 Meter langer Riesenhai tot gefunden worden, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau berichtet. Das rund 400 Kilogramm schwere Tier war zuvor mehrere Tage dicht vor der Küste unterwegs gewesen.
Erstmals war der Hai am 6. August vor Ålbæk gesichtet worden. Zahlreiche Menschen beobachteten, wie er nur wenige Meter vom Strand entfernt durch das Wasser zog und Nahrung filterte. Zunächst gab es offenbar keinen Grund anzunehmen, dass mit dem Tier etwas nicht stimmte.
Doch nur zwei Tage später nahm die seltene Begegnung ein trauriges Ende: Am 8. August wurde der Riesenhai rund einen Kilometer nördlich des Hafens von Ålbæk tot gefunden. Mitarbeiter des Nordsøen Oceanarium bargen das Tier und brachten es zur Untersuchung nach Hirtshals.
Acht Experten untersuchen den Riesenhai
Für Wissenschaftler ist der Fund eine seltene Gelegenheit. Fachleute mehrerer dänischer Einrichtungen untersuchten den Kadaver am Mittwoch im Nordsøen Oceanarium. Dabei wollten sie unter anderem herausfinden, was der Hai gefressen hatte, in welchem körperlichen Zustand er sich befand und ob Krankheiten oder Verletzungen seinen Tod erklären könnten.
Die Todesursache gibt den Forschern weiterhin Rätsel auf. Weitere Untersuchungen und die entnommenen Proben sollen nun helfen, mehr über das Tier und seinen Tod herauszufinden.
Riesenhaie sind für Menschen ungefährlich
Trotz ihres imposanten Aussehens sind Riesenhaie keine gefährlichen Jäger. Sie ernähren sich von Plankton und kleinen Organismen, die sie aus dem Meerwasser filtern. Mit einer Länge von mehr als zehn Metern können sie gewaltige Ausmaße erreichen. Nach dem Walhai sind sie die zweitgrößte heute lebende Haiart der Welt.
In dänischen Gewässern sind Begegnungen mit Riesenhaien selten. Seit dem Jahr 2000 wurden dort laut dem dänischen Artenportal nur rund zehn Nachweise dokumentiert. Umso wertvoller ist das Tier für die Forschung: Proben und weiteres Material sollen in die wissenschaftliche Sammlung des dänischen Naturhistorischen Museums aufgenommen werden und damit auch künftig Forschern zur Verfügung stehen.
Eine Antwort auf die entscheidende Frage fehlt allerdings noch: Warum starb der Riesenhai, der kurz zuvor noch vor den Augen der Badegäste durchs Wasser gezogen war?
- Zweitgrößter Fisch der Welt: Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) wird nur vom Walhai übertroffen. Er kann mehr als zehn Meter lang werden.
- Riesiges Maul, kleine Nahrung: Sein spektakulär geöffnetes Maul dient nicht der Jagd auf große Beute. Der Hai filtert damit vor allem Plankton und winzige Meerestiere aus dem Wasser.
- Für Menschen ungefährlich: Trotz seiner gewaltigen Größe gilt der Riesenhai als friedlicher Planktonfresser und stellt normalerweise keine Gefahr für Menschen dar.
- Oft nahe der Oberfläche: Auf Nahrungssuche schwimmt er häufig mit geöffnetem Maul dicht unter der Wasseroberfläche – daher kommt auch der englische Name „Basking Shark“.
- In vielen Meeren zu Hause: Riesenhaie leben in gemäßigten und kühlen Gewässern des Atlantiks und Pazifiks. In dänischen Gewässern werden sie allerdings nur selten beobachtet.
- Bedrohte Art: Riesenhaie wurden jahrzehntelang unter anderem wegen ihres Leberöls, Fleisches und ihrer Flossen gejagt. Heute stehen sie in vielen Regionen unter strengem Schutz.
- Noch immer rätselhaft: Trotz ihrer Größe wissen Forscher über Teile ihres Lebens – etwa ihre weiten Wanderungen und Fortpflanzung – vergleichsweise wenig.
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