© APA/AFP/NICHOLAS KAMM

Klimaneutral
11/13/2019

Greta Thunberg fühlt sich "nicht unersetzbar"

Die junge Schwedin will mit einem Katamaran bis nach Vigo in Spanien segeln. Der Gipfel kann auch ohne sie beginnen.

von Susanne Bobek

Diesmal ist es keine Rennjacht, sondern ein knapp 15 Meter langer Katamaran mit dem die Klimaaktivistin Greta Thunberg die Rückreise nach Europa antritt. Damit ist wieder für Aufmerksamkeit gesorgt, denn die Crew von „La Vagabonde“ ist für ihre professionelle Öffentlichkeitsarbeit bekannt. Das australischen Youtuber-Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu hat mit ihrem Kanal „Sailing La Vagabonde“ fast 1,2 Millionen Abonnenten.

Ob sich die Rückreise bis zum Klimagipfel in Madrid Anfang Dezember ausgeht, ist eigentlich egal. Die junge Schwedin sagt: „Es ist nicht so, dass meine Stimme unersetzbar ist.“ Denn es seien unzählige andere Aktivisten da, die dort sprechen werden und dieselbe Botschaft wie ich rüberbringen.“

Jetzt freut sie sich einmal auf den winterlichen Törn bei bis zu acht Meter hohen Wellen. Sie freue sich darauf, „wieder zurück auf den Ozean zu kommen“. Das sei eine tolle Gelegenheit und „ich bin extrem dankbar für das Privileg, solche Dinge zu erleben“, erklärte sie.

Die australischen Segler, die mit ihrem elf Monate alten Sohn Lenny unterwegs sind, haben sich für die zirka 6000 km lange Überfahrt Verstärkung geholt. Die 26-jährige Britin Nikki Henderson hat als jüngste Skipperin bei einem der schwierigsten Weltumseglungsrennen, Clipper Round The World Race, im Vorjahr den zweiten Platz belegt. Ihre Mutter ist die ehemals konservative Ex-Frauenministerin Anne Milton, die von Boris Johnson Anfang September aus der konservativen Partei geworfen wurde, weil sie dem Brexit „niemals zustimmen kann“.

Zielort Vigo

Der Katamaran ist ein „aufgemotztes Fahrten-Boot aber kein Rennboot“, sagt der Skipper Jürgen Preusser, der für KURIER und Yachtrevue schreibt. Außer 150 Liter Notdiesel hat auch die „La Vagabonde“ keinen Sprit an Bord und wird auch nicht von anderen Schiffen begleitet. Das Boot startete am Mittwoch aus dem Hafen von Hampton im US-Bundesstaat Virginia. Das Ziel ist die nordspanische Stadt Vigo. Oder je nach den Winden A Coruña, Huelva, Porto oder Lissabon. Das hängt von den Westwinden ab.

Die Wettervorhersagen: ziemlich unbeständig, Stürme jederzeit möglich.

Wie schwierig so eine Überfahrt ist, erlebte auch die Crew, die Gretas Rennyacht Malizia II zurück nach Europa segelte. Südlich von Neufundland kam es bei 20 Knoten zu einer „brutalen Kollision“ mit einem nicht identifizierbaren Gegenstand, einem Wal oder einem Container vielleicht. Ein Crew-Mitglied „flog durch die Koje, knallte ziemlich hart mit dem Kopf gegen das Boot und versuchte herauszukommen“, sagte einer der Segler in einem Video auf der Facebook-Seite von Skipper Boris Herrmann. Die Malizia II musste in den Hafen von St. Pierre einlaufen. Dort war das Teram dann zum Nichtstun verdammt, weil erst ein Ultraschallexperte eingeflogen werden musste, der die millionenteure Segeljacht auf strukturelle Schäden untersuchen musste.

Die Malizia II. ist am Montag im brasilianischen Salvador de Bahia eingelaufen. Sie nimmt am „Transat Jacques Vabre“-Rennen teil. An Bord sind Gretas Skipper Boris Hermann und Will Harris, nicht aber Pierre Cassiraghi, der Sohn von Prinzessin Caroline.

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