Gastgeberin servierte Filet Wellington: Gäste starben

Gastgeberin servierte Filet Wellington: Gäste starben
Das Gericht enthielt hochgiftige Pilze. Die Gastgeberin überlebte als einzige unbeschadet.

Es war ein Familienessen, das Australien wohl so schnell nicht mehr vergisst. Erin Patterson (48) hatte Ende Juli ihre Schwiegereltern, den örtlichen Baptistenpastor und dessen Frau in ihrem Haus bewirtet. Die Hobbyköchin servierte ihren Gästen Filet Wellington. Dieses war jedoch mit hochgiftigen Pilzen, dem tödlichen Grünen Knollenblätterpilz, angereichert.

Die Folge: Schon nach kurzer Zeit wiesen die vier Gäste Symptome einer schweren Lebensmittelvergiftung auf. Drei von ihnen starben wenige Tage später, nur der Pastor überlebte knapp.

 

Der tödliche Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), der als Todesursache vermutet wird, wächst frei in den Hügeln der rund zwei Autostunden von Melbourne entfernten Kleinstadt Leongatha. Das Perfide: Er ähnelt essbaren Pilzen, enthält jedoch ein Gift, das zu Leber- und Nierenversagen führt. Ein Gegenmittel gibt es nicht. 

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Gastgeberin blieb unbeschadet

Dass die Gastgeberin das Mittagessen unbeschadet überstand, lässt die Gerüchteküche Down Under kochen. Patterson versicherte in australischen Medien mehrfach ihre Unschuld. Sie habe die Pilze in einem asiatischen Lebensmittelgeschäft und einem Supermarkt gekauft und keinerlei Grund, ihren Gästen Schaden zufügen zu wollen, so die 48-Jährige.

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In einem am Montag veröffentlichten Statement sagte Patterson zudem, dass sie selbst nach dem Essen wegen Magenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Dass ihre Kinder, die bei dem Mittagessen nicht anwesend waren, am nächsten Tag etwas von dem übrig gebliebenen Beef Wellington gegessen haben und unbeschadet blieben, erklärte sie damit, dass die Pilze von dem Gericht abgekratzt wurden. Ihre Kinder würden keine Pilze mögen, sagte sie. 

Die Polizei selbst hat keine Hinweise veröffentlicht, die auf eine vorsätzliche Tat hindeuten würden. Es wurden keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Patterson eingeleitet.

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