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Waldbrand am Gardasee: Rund 200 Personen in Tignale evakuiert

Ausländische Touristen betroffen, Löscharbeiten dauerten am Samstagvormittag an.
Waldbrand in Tignale

Zusammenfassung

  • Ein Waldbrand am Westufer des Gardasees hat in Tignale rund 200 Menschen, darunter vor allem ausländische Touristen, zur Evakuierung gezwungen; verletzt wurde niemand.
  • Starker Wind, trockenes Gelände und fehlender Regen erschwerten die Löscharbeiten, die mit zahlreichen Einsatzkräften sowie Löschflugzeugen und Hubschraubern fortgesetzt wurden.
  • Der Brand in Tignale steht im Zusammenhang mit mehreren aktuellen Waldbränden in Italien, auf die die Behörden mit mehr Ausrüstung, Drohnen und Präventionskampagnen reagieren.

Ein Waldbrand am Westufer des Gardasees hat im norditalienischen Tignale rund 200 Menschen zur Evakuierung gezwungen. Das Feuer war am Freitagabend in der Ortschaft in der Provinz Brescia ausgebrochen und hatte sich in einem Waldgebiet ausgebreitet. In der Nacht brachten Einsatzkräfte vorsorglich Bewohner und Urlauber aus mehreren Häusern sowie aus einer Ferienanlage in Sicherheit.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Tignale, Daniele Bonassi, handelte es sich vor allem um ausländische Touristen, die in fünf Ferienhäusern nahe der Brandlinie untergebracht waren. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Die Löscharbeiten dauerten am Samstagvormittag an. Zwei Löschflugzeuge vom Typ Canadair und zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Die Flugzeuge nahmen Wasser aus dem Gardasee auf und warfen es über den brennenden Waldgebieten ab.

Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten

Starker Wind, das unwegsame Gelände und die trockene Vegetation erschwerten die Löscharbeiten. Nach Angaben des Bürgermeisters war in dem Gebiet trotz Regen in anderen Teilen der Provinz kein Niederschlag gefallen. Die Trockenheit der vergangenen Wochen begünstigte die Ausbreitung der Flammen.

Zahlreiche Feuerwehrleute, freiwillige Helfer, der Zivilschutz und die Forstpolizei waren an den Löscharbeiten und der Evakuierung beteiligt. Nach Angaben des Bürgermeisters konnte durch den Einsatz verhindert werden, dass Menschen zu Schaden kamen. Die Ursache des Brandes war zunächst unklar. Das Feuer war am Samstag noch nicht vollständig unter Kontrolle.

Auch andere Regionen betroffen

In Italien tobten zuletzt mehrere Brände. Besonders betroffen sind die Regionen im Süden des Landes wie Kalabrien, Apulien oder die großen Inseln Sizilien und Sardinien. Die Ausbreitung der Brände wird in den Sommermonaten begünstigt durch Hitzewellen mit Trockenheit und dem für das Gebiet üblichen Schirokko-Wind. Oft ist jedoch auch Brandstiftung der Grund für die Brände.

Der italienische Zivilschutz und die Feuerwehr starten jährlich vor dem Sommer Kampagnen, um die Bevölkerung für die Waldbrandgefahr zu sensibilisieren. In diesem Jahr haben die Behörden nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aufgerüstet: Neue Löschflugzeuge und -hubschrauber sowie weiteres schweres Gerät wurden angeschafft. Außerdem setzen die Einsatzkräfte vermehrt Drohnen ein, um die gefährdeten Gebiete im Blick zu behalten. In einigen Gegenden wurde zudem das Hydranten-Netz zur Wasserversorgung ausgebaut.

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