Das französische Departement Alpes-Maritimes war nach den Regenfällen nur aus der Luft erreichbar 

© APA/AFP/VALERY HACHE

Chronik Welt
10/05/2020

Frankreich, Italien: Abgerutschte Häuser und angeschwemmte Leichen

Alpes-Maritimes, Piemont, Ligurien am schwersten betroffen. Einsatzkräfte: Wie nach einem Bombenangriff.

von Susanne Bobek

Es waren die schwersten Regenfälle seit 60 Jahren. Die Wassermassen und Schlammlawinen rissen in Südfrankreich und Norditalien ganze Häuser mit und zerstörten Straßen und Brücken.

Tausende ohne Strom

Im Piemont und in Ligurien herrschte auch am Montag weiter Hochwassergefahr. Es gebe große Sorgen hinsichtlich der Opferzahl, da immer noch Menschen vermisst würden, erklärte der französische Regierungschef Jean Castex bei einem Besuch in der Krisenregion Alpes-Maritimes. Denn in den Bergen nördlich von Nizza waren mehrere Dörfer nicht mehr erreichbar, Tausende Haushalte ohne Strom und Handyverbindung. Daher fehlten von vielen Menschen Nachrichten. Helfer schlugen sich teils zu Fuß durch unwegsames und rutschiges Gelände. Sie brachten Wasser und Lebensmittel.

Meteorologische Bombe

Rémi Recio, Leiter des engsten Mitarbeiterstabes des örtlichen Präfekten, sprach von einer „meteorologischen Bombe“. Aus dem Hubschrauber hatte er den Eindruck, dass das Gebiet „bombardiert“ worden sei.

Von einer „katastrophalen Lage“ sprach der Bürgermeister von Limone Piemonte in der italienischen Provinz Cuneo, dessen Städtchen großteils zerstört ist. An der ligurischen Küste wurden seit Sonntag sechs Leichen angespült. Zwei Tote in Ventimiglia nahe der französischen Grenze, zwei bei Sanremo. Eine fünfte Leiche wurde vor dem Badeort Santo Stefano al Mare lokalisiert, ein sechstes Opfer am Montag in Borgo Prino nahe Imperia entdeckt. Bei den Opfern könnte es sich um Vermisste aus Südfrankreich handeln. Rettungsmannschaften haben am Sonntag auch die Leiche eines vermissten Schäfers vom Tenda-Pass gefunden. Der Tote sei im französischen Grenzgebiet aus den Fluten des Flosses Roya geborgen worden.

Im Aostatal wurde ein 53-jähriger freiwilliger Feuerwehrmann aus Arnad von einem umstürzenden Baum getroffen und starb. Ein 36-jähriger Autofahrer aus Vercelli wurde auf einer kaputten Straße vom Flusswasser weggerissen. Sein jüngerer Bruder konnte sich aus dem Auto befreien und überlebte.

Auch in der Schweiz schwere Schäden

Die schweren Unwetter richteten auch in der Schweiz schwere Schäden an. Die Autobahn A2 war wegen der enormen Regegenmengen am Samstag stundenlang gesperrt.

Die Franzosen setzten zur Unterstützung der Feuerwehren auch die Armee ein. Denn die Aufräumarbeiten haben erst begonnen.

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