© APA/AFP/KARIM SAHIB

Chronik Welt
08/09/2020

Fotos: Juan Carlos offenbar nach Abu Dhabi geflohen

Die Frage, wo der ehemalige spanische König Zuflucht gefunden haben könnte, scheint geklärt: Eine spanische Zeitung hat Fotos von ihm in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgestöbert.

Offiziell bestätigt ist nichts, aber das Foto legt seinen Aufenthaltsort nahe: Die spanische Zeitung Nius Diario hat jetzt eine Aufnahme von der Ankunft Juan Carlos’ in Abu Dhabi veröffentlicht. Das Foto soll vom vergangenen Montag stammen.

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Aus dem Palast gab es dazu keine Stellungnahme. Das Königshaus hatte lediglich am Montag einen Brief von Juan Carlos veröffentlicht, in dem er seinen Abschied aus Spanien ankündigte. Er wolle die Arbeit seines Sohnes Felipe nicht erschweren, ließ der Monarch wissen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Juan Carlos das Land allerdings bereits verlassen.

Millionen an Schmiergeld?

Juan Carlos steht seit Langem unter Korruptionsvorwürfen. Seit Juni wird gegen ihn wegen eines Schmiergeldskandals ermittelt, im Zentrum steht der Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Dafür soll Juan Carlos im Jahr 2008 in Summe 100 Millionen US-Dollar kassiert haben, das Geld soll er vor den Behörden versteckt haben.

Dass er das Land verlassen hat, dürfte ein Wunsch seines Sohnes, des amtierenden Königs Felipe, gewesen sein. Das Königshaus habe Juan Carlos zum Verlassen Spaniens quasi „gezwungen“, schreibt die Zeitung El Mundo. Felipe hat den Kontakt zu seinem Vater angeblich abgebrochen, nachdem der Skandal bekannt wurde. Der König verzichtete zudem auf das Erbe, das Juan Carlos ihm einst vermachen wird; auch das Gehalt, das Juan Carlos als Ex-König eigentlich zusteht, wurde ihm verweigert – das sind 194.000 Euro jährlich.

Private Affären

Damit nicht genug, hat Juan Carlos auch noch privaten Angelegenheiten zu kämpfen. Seit eine Affäre mit einer deutschen Geschäftsfrau publik wurde, gilt seine Ehe mit Sofia als komplett zerrüttet. Die Deutsche, mit der ihn eine Liebesbezihung verband, sagte zu allem Überdruss in der Schmiergeldaffäre gegen ihn aus.

Nach Ansicht der Bevölkerung hätte Juan Carlos das Land nicht verlassen sollen. Gut 63 Prozent der Spanier halten es für eine schlechte Idee, dass der 82-Jährige ausgereist ist, berichtet El Mundo. Vier von fünf Befragten plädierten dafür, dass sich Juan Carlos einem möglichen Gerichtsverfahren stellen sollte.

Wegen Skandals abgedankt

Der Ex-Monarch hatte 2014 zugunsten seines Sohnes Felipe abgedankt. Juan Carlos hatte nach dem Tod von Diktator Francisco Franco 1975 eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung Spaniens gespielt und sich damit große Sympathien in der Bevölkerung erworben. Der Umfrage zufolge halten rund 69 Prozent der Spanier Juan Carlos ein wichtige Rolle bei diesem Übergang von der Diktatur zugute.

Dass er abdankte, ist allerdings auch einem Skandal zu verdanken. Im Jahr 2012 fuhr der ehemalige Monarch - mitten in der Wirtschaftskrise - nach Botswana, um Elefanten zu jagen. Spanien reagierte empört: Die Reise war nur publik geworden, weil er sich bei einem Sturz verletzt hatte.

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