Retter hört Stimme: Fischer (31) überlebt 15 Tage in Unterwasserhöhle
Mexiko: Ein 31-jähriger Speerfischer verirrte sich in einer Unterwasserhöhle. Er überlebte 15 Tage ohne Nahrung und ohne Tageslicht, bevor er gerettet wurde. (Symbolbild)
Ein Speerfischer verlor in einer unerforschten Unterwasserhöhle nahe San Francisco la Paz in Mexiko plötzlich die Orientierung und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr aus dem dunklen Höhlensystem befreien. Wie zahlreiche lokale Medien berichten, überlebte der 31-Jährige wie durch ein Wunder 15 Tage in völliger Dunkelheit und ohne Nahrung.
Nach Angaben des Fachmagazins DiverNet, brach Erasto Crisanto Valdez am 23. Juli gemeinsam mit seinem Vater und einer kleinen Atemflasche zum Fischen auf, als er einen Robalo, einen in Mexiko verbreiteten Fisch, in eine Höhle hinein verfolgte.
Fischer verirrte sich in Unterwasserhöhle
Aufgrund der schlechten Sicht verlor er gänzlich die Orientierung und fand den Ausgang nicht mehr. Sein Vater habe noch lange vergeblich versucht, seinen Sohn zu finden. Gegen 19:10 Uhr verständigte er die Behörden, woraufhin eine Suchaktion eingeleitet wurde. Beteiligt waren zunächst Verwandte, Anwohner und Katastrophenschutzkräfte, kurze Zeit später auch Taucher der mexikanischen Marine.
Erst am 26. Juli wurde er offiziell als vermisst gemeldet. Tagelang wurde nach Valdez gesucht, doch die schlechten Sichtverhältnisse, die scharfkantigen Felsen und die Unübersichtlichkeit des unerforschten Höhlensystems erschwerten die Arbeiten erheblich.
Nach vergeblicher Suche: Höhlentaucher sollten Leiche bergen
Schließlich bat man die erfahrenen Höhlentaucher Harry Gust und Rosalino 'Rosso' Rivera um Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt ging man jedoch bereits davon aus, nur mehr Valdez' Leiche zu bergen.
Gust erinnert sich: „Nach 75 Minuten und drei verschiedenen Suchmustern fand ich etwa 100 Meter im Inneren der Höhle eine kleine Ersatzluftflasche“ – ein Hinweis auf die mögliche Route, die der vermisste Speerfischer genommen haben könnte. Gust musste jedoch umkehren und führte seine Suche erst am nächsten Tag fort, zumal es kaum eine Möglichkeit gab, eine Sicherungsleine an den spitzen Felsen anzubringen. Zudem ging man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Valdez nicht mehr am Leben sei.
Retter hörte Stimme in Höhle: Vermisster war noch am Leben
Doch dann geschah das Wunder, mit dem niemand mehr gerechnet hatte. „Innerhalb von 30 Minuten fand ich eine große, trockene Höhle mit einem kleinen, etwa zwei Meter breiten Fluss, der mit starker Strömung aus der Höhle herausfloss. Ich rief, ob jemand da sei, und Erasto antwortete mit 'Ja'“, berichtet der Höhlentaucher.
Der Vermisste befand sich in einer Nische einer luftgefüllten Kammer, wo er rund 15 Tage lang ausharrte und Wasser von dem Fluss trank. Gust konnte lediglich seine Stimme hören und so seinen Aufenthaltsort ausmachen. Er versicherte Valdez so rasch wie möglich mit Verstärkung zurückzukommen.
Schwierige Unterwasserrettung
Gemeinsam mit Rosalino Rivera bahnte sich Gust erneut den Weg durch das überflutete, rund 100 Meter lange Tunnelsystem zurück. Die Bergung des unterernährten und geschwächten 31-Jährigen gestaltete sich schwierig. Expeditionsmitglieder, Regierungsbehörden und die Höhlenexperten Robbie Schmittner, Phillip Lehman, Jonathan Rivera sowie Carlos Jiménez übernahmen laut dem Dive Magazine die Organisation und Logistik der Suchaktion, während Rivera und Gust für die finale Unterwasserrettung zuständig waren.
31-Jähriger überlebte 15 Tage ohne Nahrung
Am 7. August konnte Valdez schließlich gerettet und auf einer Trage ins Krankenhaus gebracht werden. Erasto Crisanto Valdez erinnerte sich, nur geschlafen, getrunken und gebetet zu haben. Aufgrund des Ausbleibens von Tageslicht habe er jegliches Gefühl für Raum und Zeit verloren und geglaubt, nur rund drei Tage eingeschlossen gewesen zu sein. Den örtlichen Behörden sagte er nach seiner Rettung: „Ich habe nie den Glauben verloren.“
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