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Chronik Welt
05/25/2020

Erdbeben bei Live-Interview: Neuseelands Premier bleibt cool

Jacinda Ardern lässt sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen - auch nicht durch ein Erdbeben im TV-Live-Interview.

von Ulrike Botzenhart

Sie ist jung, sie ist tough. Das bewies die 39-jährigen Regierungschefin Neuseelands, Jacinda Ardern, am Montag einmal mehr. Während eines Live-Interviews per Videoschaltung mit dem Frühstücksfernsehen bebte die Erde in Neuseelands Hauptstadt Wellington. Doch die Regierungschefin blieb auch während des kurzen Erdbebens cool und setzte einfach das Gespräch fort.

Sie blickte sich nur kurz um. „Wir haben hier gerade ein ziemliches Erdbeben“, sagte Ardern dem Moderator. „Ein ganz anständiges Beben hier, wenn Sie sehen, wie sich die Dinge hinter mir bewegen“, kommentierte die Politikerin das Geschehen weiter. Nur einen kurzen Moment lang sah Ardern besorgt aus, doch sie lächelte und sprach weiter. Mit Blick nach oben vergewisserte sie sich, dass nichts auf sie herunterfallen könnte. Dann Entwarnung. „Es hat gerade aufgehört“, sagte sie. „Es geht uns gut“. Es sehe so aus, als befinde sie sich in einem soliden Gebäude. 

Viele Tote bei Erdbeben 2011

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS rund 90 Kilometer nördlich von Wellington. Trotz seiner relativ moderaten Stärke war es in der Hauptstadt deutlich zu spüren. Berichte über mögliche größere Schäden lagen zunächst nicht vor. 

Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aneinander, weshalb es jährlich im Land mehr als 15.000 Erdbeben gibt. Nur aber etwa hundert bis 150 davon sind so stark, dass sie zu spüren sind. Im Jahr 2011 waren durch ein Beben der Stärke 6,3 in der Stadt Christchurch auf der Südinsel 185 Menschen getötet worden.