© Robert Markowitz /NASA

Chronik Welt
01/09/2022

Dieser Astronaut hat mit 37 mehr erreicht als andere in ihrem Leben

Jonny Kim ist Ex-Navy Seal, Mathematiker und Absolvent der Harvard Medical School. Nun bereitet er sich auf einen Flug zum Mond vor.

von Irene Thierjung

Im Dezember 1972 landeten zum bisher letzten Mal Menschen auf dem Mond. Zwei Amerikaner verbrachten drei Tage auf dem Erdtrabanten, ehe sie und der Pilot der Landekapsel auf die Erde zurückkehrten. 49 Jahre nach „Apollo 17“ laufen die Vorbereitungen für neuerliche Reisen zum Mond auf Hochtouren. Sowohl die USA als auch Russland wollen 2022 eigens entwickelte Raumfahrzeuge testen, die jeweils mit Unterstützung durch die europäische Raumfahrtagentur ESA entstanden sind.

Den NASA-Plänen zufolge könnten bereits 2025 Menschen den Mond betreten. Vor rund einem Jahr stellte die US-Raumfahrtbehörde neun Astronautinnen und neun Astronauten vor, aus denen das Team ausgewählt werden soll, das im Rahmen der Mission „Artemis“ zum Mond fliegen soll.

Einer der Kandidaten ist Jonny Kim. Der dreifache Vater aus Kalifornien erfüllt wie seine Kollegen alle Anforderungen, die die NASA an Astronauten stellt: Er ist US-Staatsbürger, hat einen Studienabschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach, Berufserfahrung und ist körperlich fit.

„Innerer Kompass“

Dass Medien ĂĽber Kim besonders gern berichten, liegt an seinem Werdegang: Er war vor seinem Engagement bei der NASA bereits Elitesoldat, Ausnahmestudent in Harvard und Arzt. Und das mit nur 37 Jahren.

Begonnen hat alles während Kims Zeit an der High School: Mit 16 Jahren erfuhr der Sohn südkoreanischer Einwanderer von den Navy Seals, einer Spezialeinheit der US-Marine. Der schüchterne Bursche, der sich „ zwischen zwei Welten“ fühlte und nicht wusste, was er mit sich anfangen sollte, hatte plötzlich einen „inneren Kompass“, wie er NBC7 sagte. Entgegen der Wünsche seiner Mutter ging Kim 2002 nicht aufs College, sondern zur Armee. Mit viel Ehrgeiz schaffte er es tatsächlich zu den Navy Seals und wurde u. a. als Kampftaucher, Fallschirmjäger, Scharfschütze und Sanitäter ausgebildet. Er absolvierte mehr als 100 Kampfeinsätze, etwa im Irak.

Mit zwei Militärorden ausgezeichnet, schloss Kim 2012 an der Universität San Diego doch noch ein Studium ab – in Mathematik, mit Bestnoten.

US-space-NASA

Die Erinnerung an verletzte Soldaten im Feld veranlasste Kim, auch Medizin zu studieren. 2016 schloss er mit 32 Jahren ein Doktoratsstudium an der Harvard Medical School ab. Nach Praktika in drei Krankenhäusern bewarb er sich bei der NASA, wo er nach einer zweijährigen Ausbildung nun Astronaut ist. „Wir sind alle viel stärker und schaffen mehr, als wir denken“, sagt er.

Er konzentriere sich immer nur auf ein Ziel, so Kim. Im Moment sei das, die NASA auf ihrem Weg ins All zu unterstĂĽtzen.

Run auf den Mond

Derzeit bereitet die US-Behörde den ersten großen Test ihrer neuen Raumkapsel vor, die ab 2025 Menschen zum Mond bringen soll. „Orion“ soll im Februar – noch unbemannt – den Mond umkreisen und zur Erde zurückkehren. Getestet wird zu Jahresbeginn auch die „Starship“-Rakete der Firma SpaceX des US-Milliardärs Elon Musk.

Russland plant für Juli die Landung der unbemannten Raumsonde „Luna 25“ auf der Südseite des Mondes. Und auch Indien, Japan und Südkorea bereiten unbemannte Mondflüge vor.

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