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Chronik Welt
04/09/2021

Die Schweiz verschickt 2.000 Unterhosen - zum vergraben

Mit diesem Projekt soll untersucht werden, wie rasch die Unterhosen von winzigen Lebewesen zersetzt werden.

In der Schweiz soll landesweit weiße UnterwĂ€sche in der Erde verschwinden. Zur Untersuchung der BodenqualitĂ€t verschickt die staatliche Forschungsstelle Agroscope dieser Tage 2.000 Baumwollunterhosen an Gartenbesitzer und Bauern. Die freiwilligen Studienteilnehmer erhalten jeweils zwei StĂŒck, die im Boden vergraben werden. Danach wird untersucht, wie stark die Textilien von winzigen Lebewesen zersetzt wurden, um Aussagen ĂŒber die BodenqualitĂ€t zu treffen.

"Das ist ein Indikator fĂŒr BodenqualitĂ€t", sagte Projektleiter Marcel van der Heijden am Donnerstag. In der Vergangenheit habe es unter anderem schon Versuche mit Unterhosen in Kanada gegeben, aber nicht in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung, sagte der Ökologe der Deutschen Presse-Agentur. Bereits bekannt ist das Vergraben von Teebeuteln als Gradmesser fĂŒr die Gesundheit des Erdreiches. Die Freiwilligen, die sich nach dem Aufruf von Agroscope gemeldet haben, sollen deshalb zum Vergleich standardisierte Teebeutel vergraben und zusĂ€tzlich Bodenproben nehmen. So wird die ZuverlĂ€ssigkeit der Unterhosen-Methode getestet.

Das Projekt lĂ€uft unter dem Namen "BeweisstĂŒck Unterhose". Aus Wiesen, Beeten und Äckern soll nach einem Monat das eine und nach einem weiteren Monat das zweite WĂ€schestĂŒck ausgegraben und fotografiert werden. Danach wird die Zersetzung der natĂŒrlichen Fasern digital analysiert - je löchriger, desto gesĂŒnder der Boden. In einer Pilotstudie sei die private WĂ€sche der Teilnehmer verbuddelt worden, doch die Textilien seien nicht vergleichbar gewesen, erzĂ€hlte van der Heijden. Deshalb setze man nun auf standardisierte Unterhosen. "Das ist wissenschaftlicher."

Die WĂ€sche-Aktion sei auch dazu gedacht, die GefĂ€hrdung des lebenswichtigen Bodens durch Erosion, ÜberdĂŒngung und Verbauung deutlich zu machen. Laut Agroscope wird weltweit jedes Jahr eine FlĂ€che zweieinhalb mal so groß wie die Schweiz so zerstört, dass sie fĂŒr die Landwirtschaft unbrauchbar wird.

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