Der "Lange Marsch" zum Mond: Die Chinesen geben jetzt Vollgas

© REUTERS/TINGSHU WANG

Chronik Welt
12/02/2020

Der superteure Wettlauf zu Mars und Mond

Chinesen holen Gesteinsproben vom Mond, Russen und Amerikaner starten durch und wollen sogar im All Filme drehen.

von Susanne Bobek

Das chinesische Raumschiff „Chang’e 5“ landete am Dienstag auf dem Mond. Ziel ist es, erstmals nach 44 Jahren wieder Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Das ist bisher nur den USA und der damaligen Sowjetunion in den 1960er- und 70er-Jahren gelungen. Im Vorjahr war mit „Chang’e 4“ erstmals eine chinesische Sonde auf der Rückseite des Erdtrabanten gelandet.

Die ehrgeizigen Raumfahrtpläne Chinas sind von der Corona-Pandemie kaum beeinflusst worden. Schon bei seiner ersten unabhängigen Mission zum Mars: Dort will China im Frühsommer 2021 landen. Das fünf Tonnen schwere Raumschiff „Tianwen-1“, das im Juli gestartet war, besteht aus einem Orbiter, einem Landegerät und einem Gefährt von der Größe eines Golfplatz-Fahrzeugs. China ist nach den USA die zweite Nation der Welt, die erfolgreich eine Sonde auf den Roten Planeten gebracht hat.

2021 soll auch der Bau einer chinesischen Raumstation beginnen.

Das Kernmodul sowie zwei weitere Teile sollen für Experimente ins All gebracht werden.

Filmdreh auf der ISS

Doch auch die anderen Großmächte wollen das Weltall erobern. Die Liste der Raumfahrtpläne wird immer länger – und sogar die Filmbranche ist involviert.

So wollen die Russen ein Heldenepos über Kosmonauten zum Teil im All drehen. Regisseur Klim Schipenko soll den Streifen mit dem Arbeitstitel „Wysow“ (Herausforderung) drehen. Dazu will man die Raumstation ISS verwenden. Die letzte Reise eines „Touristen“ zur Außenstelle der Erde kostete ungefähr 50 Millionen Dollar. Doch Wladimir Putin hat den Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, angewiesen, durchzustarten. Daher wollen sich auch die Amerikaner nicht lumpen lassen.

Die USA planen einen Dreh in der ISS. Hollywood-Star Tom Cruise soll eine Hauptrolle übernehmen.

„Los geht’s“

Russland will mit seinem Ruf als Weltraumnation Geld verdienen. So wird der Spruch „Pojechali!“ („Los geht’s“) von Juri Gagarin, dem ersten Menschen im Weltall, als Markenname geschützt – für Schreibwaren, Kosmetik und andere Dinge, teilte Roskosmos mit.

Bereits im Herbst nächsten Jahres werden die Russen mit der „Luna 25“ eine Mondmission starten. Bis 2040 soll dann auf dem Erdtrabanten eine Raumstation errichtet werden.

Die Amerikaner wollen dafür schon im Februar mit „Perseverance“ den nächsten NASA-Rover auf dem Mars landen. Der eine Tonne schwere Roboter von der Größe eines Kleinwagens soll nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen, das Klima und die Geologie des Planeten erforschen und Proben von Steinen und Staub nehmen.

Nach den Plänen Donald Trumps hätten 2024 der nächste Astronaut und die erste Astronautin auf dem Mond landen müssen. Ob das Budget für das Programm „Artemis“ ausreichen wird, hängt wohl von der neuen Administration ab. Auch die Amerikaner planen eine eigene Raumstation auf dem Mond, die später als Basis für den bemannten Raumflug zum Mars dienen soll.

Aber das ist wirklich noch in weiter Ferne.

Ambitionen der Araber

Im globalen Wettlauf um das nächste Erfolgskapitel in der Raumfahrt mischen auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit. Im Februar soll ihre im Juli abgeschickte Raumsonde in die Umlaufbahn des Mars einschwenken und helfen, das erste vollständige Bild des Mars-Klimas über ein komplettes Mars-Jahr zu erfassen. Und 2024 soll ein unbemanntes Raumfahrzeug der Emirate zum Mond abheben und dort in einer bisher unerforschten Gegend landen.

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