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Chronik Welt
01/30/2020

Coronavirus: Entwarnung für 6.000 Kreuzfahrt-Passagiere in Italien

Tests ergaben: Kein Verdachtsfall an Bord der "Costa Smeralda" in Civitavecchia. Unter den Passagieren waren auch 37 Österreicher.

Die 6.000 Passagiere und 750 Besatzungsmitglieder an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Costa Smeralda" müssen doch nicht über Nacht an Bord bleiben: Wie aus Tests hervorging, die in dem auf Infektionskrankheiten spezialisierten römischen Spital "Spallanzani" durchgeführt wurden, gab es keinen Hinweis auf den Erreger der Lungenkrankheit aus China.

Das Schiff war im Hafen der Stadt Civitavecchia bei Rom festgehalten worden, weil eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao über Symptome wie Fieber und Atemprobleme geklagt hatte, die ein Anzeichen für das Coronavirus sein könnten. Auch ihr Mann war untersucht worden. An Bord der "Costa Smeralda" befanden sich laut der Reederei Costa Crociere, Betreiberin des Schiffes, rund 750 chinesische Passagiere.

Am Abend gab es dann endlich Entwarnung für die Passagiere. Unter diesen waren auch 37 Österreicher, sagte ein Sprecher der Reederei.

Von Palma nach Civitavecchia

Das fünftgrößte Kreuzfahrtschiff der Reederei aus Genua hatte eine einwöchige Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeerraum unternommen und war von Palma de Mallorca nach Civitavecchia gereist. Civitavecchia ist Italiens größter Kreuzfahrthafen.

In Italien wurden bisher einige Verdachtsfälle auf Coronavirus gemeldet, die jedoch nicht bestätigt wurden. Hoteliers in Rom beklagten, dass tausende chinesische Touristen ihren Aufenthalt in der Metropole abgesagt hätten. Viele chinesische Restaurants meldeten einen Rückgang in der Zahl der Gäste.

Die Kreuzfahrtgesellschaft MSC strich am Donnerstag zunächst drei Touren des Schiffes "Splendida" mit 6.880 Plätzen. Betroffen sind Anfang Februar geplante Fahrten nach Japan. Das Unternehmen betonte, dass bisher keinerlei Verdachtsfälle auf einem seiner Schiffe aufgetreten seien. Costa Crociere wiederum sagte neun Fahrten von China aus ab, die ab heute bis kommenden Dienstag hätten stattfinden sollen.

 

Analysen abwarten

Am Donnerstagnachmittag hatten die Hafenbehörden die Genehmigung für die Landung von 1.143 Passagieren gegeben, die ihre Reise in Civitavecchia beenden wollten. Der Bürgermeister der Hafenstadt, Ernesto Tedesco, wehrte sich jedoch gegen die Ausschiffung der Passagiere, bevor die Ergebnisse der Analysen nicht fest standen.

"Solange nicht fest steht, dass es sich nicht um Coronavirus handelt, darf niemand landen", hatte Tedesco betont.

Kreuzfahrten storniert

Die Kreuzfahrtgesellschaften Crosta Crociere und MSC haben unterdessen wegen des Ausbruchs des Coronavirus alle Kreuzfahrten abgesagt, die von chinesischen Häfen starten.

MSC strich drei Anfang Februar geplante Kreuzfahrten ihres Schiffes „Splendida“ mit 6.880 Plätzen von chinesischen Häfen in Richtung Japan, teilte die Reederei mit. Costa Crociere cancelte die Abfahrten ihrer Schiffe von chinesischen Häfen bis kommendem Dienstag.

 

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