Chronik | Welt
20.08.2018

Brückeneinsturz in Genua: Rumpf macht verdächtige Geräusche

Die Feuerwehrleute haben ihre Arbeit unter einem der beiden Brückenreste vorläufig eingestellt.

Aus Sicherheitsgründen haben Feuerwehrleute in Genua ihre Arbeit unter einem der beiden Brückenreste vorläufig eingestellt. Der Rumpf, der über evakuierten Wohnhäusern verläuft, mache Geräusche, die sich von denen in den vergangenen Tagen unterschieden, sagte Feuerwehr-Sprecher Luca Cari am Montag. Die Bewohner der Häuser dürften deshalb von nun an keine persönlichen Gegenstände mehr aus ihren Wohnungen holen.

Am Montag sollten die ersten betroffenen Familien neue Bleiben bekommen, kündigte der Regionalpräsident von Ligurien, Giovanni Toti, auf Twitter an. Bis zum 20. September sollten weitere 40 Wohnungen zur Verfügung stehen, bis Ende des Monats weitere 100. "Innerhalb von maximal acht Wochen gibt es ein Zuhause für alle", versprach er. Mehr als 500 Genuesen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen.

Interne Prüfungen

Während eines starken Unwetters war am vergangenen Dienstag der als Morandi-Brücke bekannte Polcevera-Viadukt eingestürzt, 43 Menschen starben. Die Brücke gehörte zur Autobahn 10, die eine wichtige Verbindungsstraße in anliegende italienische Regionen und nach Südfrankreich ist. Die genaue Ursache für den Einsturz ist noch unklar. Experten vermuten aber, dass die Katastrophe durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein könnte.

Eingestürzte Brücke

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Eingestürzte Autobahnbrücke forderte zahlreiche Tote

Eingestürzte Autobahnbrücke forderte zahlreiche Tote

Eingestürzte Autobahnbrücke forderte zahlreiche Tote

Eingestürzte Autobahnbrücke forderte zahlreiche Tote

Eingestürzte Autobahnbrücke forderte zahlreiche Tote

Eingestürzte Autobahnbrücke forderte zahlreiche Tote

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Einem Medienbericht zufolge war bereits im Februar bekannt, dass die Seile der Morandi-Brücke von Rost befallen waren. Das bestätige das Protokoll einer Sitzung von mindestens sieben Ingenieuren, die den italienischen Staat und den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia vertreten hatten, wie das Nachrichtenmagazin "L'Espresso" am Wochenende berichtete. Das Ergebnis der Überprüfung habe weder zu einer Sperrung noch zu einer Begrenzung des Verkehrs auf der Brücke geführt, schrieb "L'Espresso". Aus dem Verkehrsministerium verlautete, es liefen interne Prüfungen zu dieser Frage.

Aktie sinkt weiter

Die Aktie des italienischen Infrastrukturkonzerns Atlantia - Mutterkonzern des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia - hat ihre Talfahrt derweil am Montag fortgesetzt. Nachdem sich der Kurs Ende vergangener Woche wieder etwas erholt hatte, verlor er am Vormittag 9,33 Prozent. Der Handel mit den Atlantia-Aktien begann verspätet, er war in der Früh zunächst ausgesetzt worden.

Atlantia ist der Mutterkonzern des italienischen Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia, den die Regierung für das schwere Brückenunglück von Genua mit über 40 Toten verantwortlich macht. Schon nach der Tragödie am vergangenen Dienstag sowie in den Tagen danach hatte der Börsenkurs deutlich nachgegeben.