James Dyson, der reichste Brite lebt jetzt in Singapur

© EPA/MAURIZIO GAMBARINI

Chronik Welt
05/17/2020

Britische Superreiche wurden durch die Krise ein bisschen ärmer

20 Milliardäre beantragten Lohnkostenzuschüsse für ihre Angestellten und ernten dafür Kritik.

Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der tausend reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die „Sunday Times“ berichtete, verloren die Superreichen in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 54 Mrd. Pfund (60 Mrd. Euro). Die Zahl der Milliardäre sank demnach um vier auf 147.


Laut der seit 1989 von der „Sunday Times“ veröffentlichten Liste der tausend Reichsten im Land musste die Hälfte der Milliardäre Verluste von bis zu sechs Mrd. Pfund hinnehmen. Das hat es seit 2009, im Gefolge der großen Finanzkrise, nicht mehr gegeben.


Auf Platz eins mit einem Vermögen von 16,2 Mrd. Pfund schaffte es zum ersten Mal der für seine beutellosen Staubsauger bekannte britische Erfinder und Unternehmer James Dyson. Sein rasanter Aufstieg von Platz fünf im vergangenen Jahr liegt nach Einschätzung des Blatts nicht nur am Erfolg seiner Firmen, sondern auch an den hohen Verlusten seiner Konkurrenten unter den Top Ten.

743 Milliarden Pfund

So verloren die letztjährigen Erstplatzierten, die Brüder Sri und Gopi Hinduja mit ihrem gleichnamigen indischen Mischkonzern, sechs Mrd. Pfund. Mit einem Vermögen von nur noch 16 Milliarden Pfund landeten sie nun gemeinsam mit den Unternehmern David und Simon Reuben auf dem zweiten Platz. Gemeinsam verfügen die Superreichen laut der Liste über ein Vermögen von 743 Mrd. Pfund.

Kritik

„Die erste detaillierte Analyse der Finanzen der Superreichen seit Beginn der Corona-Epidemie verstärkt die Sorge, dass Großbritannien vor einer tiefen und langen Rezession steht“, kommentierte die „Sunday Times“. Nach ihren Angaben haben mindestens 63 Mitglieder der Liste, darunter 20 Milliardäre, beim Staat Lohnkostenzuschüsse für ihre Beschäftigten von bis zu 80 Prozent beantragt. Diese können bis zu 2.500 Pfund monatlich betragen.


Dies stieß bei der Leiterin des Instituts for Public Policy Research, Carys Roberts, auf Kritik. „Warum können sie das nicht aus ihren eigenen tiefen Taschen zahlen, statt von gewöhnlichen Familien zu verlangen, es für sie zu tun“, sagte sie der „Sunday Times“.

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