"Besser nicht in Seminare lassen": Papst äußert sich erneut zu Homosexualität

Pope Francis leads a special audience for IV International Choir Meeting
Laut Franziskus sei es besser Männer mit "homosexuellen Tendenzen" nicht in Seminaren zuzulassen. Bereits vor einem Monat sorgte der Heilige Vater mit einem Sager für Aufregung.

Der Papst hat am Dienstag bei seinem Treffen mit römischen Priestern hinter verschlossenen Türen erneut das Thema Homosexualität unter Seminaristen angesprochen. Es sei besser, junge Männer mit homosexuellen Tendenz nicht in Priesterseminare eintreten zu lassen. Homosexuelle Männer könnten zwar "gute Burschen" sein, aber mit dieser Tendenz sei es besser nicht sie in Priesterseminaren zuzulassen, sagte der Papst laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Papst Franziskus hatte sich bereits Ende Mai bei einem Treffen mit italienischen Bischöfen zum Thema schwule Seminaristen geäußert. Dabei kam es laut italienischen Medien zu einem peinlichen sprachlichen Fauxpas. Bei der Versammlung der italienischen Bischofskonferenz CEI hinter geschlossenen Türen forderte der Papst die Bischöfe auf, keine offen schwule Seminaristen zuzulassen. "Es gibt schon zu viele Schwuchteln", sagte der Papst und benutzte dabei ein gröberes italienisches Wort.

Die italienischen Bischöfe hatten im November auf ihrer Versammlung in Assisi einen neuen Text zur Regelung der Zulassung zu den Priesterseminaren, "Ratio formationis sacerdotalis", angenommen, der noch nicht veröffentlicht wurde, da man noch auf die Genehmigung des Heiligen Stuhls warten muss. Sie hatten mehrheitlich einen Änderungsantrag angenommen, der die Unterscheidung zwischen einer einfachen homosexuellen Orientierung und so genannten "tief verwurzelten Tendenzen" beibehält.

Im Wesentlichen kann demnach ein Homosexueller zum Seminar zugelassen werden, solange er wie ein Heterosexueller garantiert, dass er die Disziplin des Zölibats einzuhalten weiß. Offenbar vertritt Franziskus jedoch eine radikalere Auffassung: Um Probleme zu vermeiden, sollten Homosexuelle seiner Ansicht nach nicht zu den Seminaren zugelassen werden, und zwar ohne Ausnahme.

In der Erklärung "Fiducia supplicans" der vatikanischen Glaubensbehörde vom 18. Dezember 2023 hatte der Chefdogmatiker des Papstes, der argentinische Kardinal Victor Fernandez, eine formlose Segnung gleichgeschlechtlicher, unverheirateter oder wieder verheirateter Paare gestattet und zugleich betont, dass eine Verwechslung mit dem Ehesakrament ausgeschlossen werden müsse. Die Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre hatte für heftige Diskussionen innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche gesorgt.

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