Das Originalmodell des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) steht in Rom, der Gipsabdruck in Possagno.

© APA/AFP/TIZIANA FABI

Chronik Welt
08/02/2020

Beim Selfie-Schießen: Österreicher beschädigte Canova-Statue

Zwei Zehen des berühmten Paolina-Bonaparte-Werks brachen in einem italienischen Museum nahe Treviso ab.

Ein österreichischer Tourist, der mit einer Gruppe das Museum des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) in Possagno unweit von Treviso besuchte, hat eines der berühmtesten Werke des Künstlers beschädigt. Um ein Selfie zu schießen, setzte sich der Tourist auf das Originalmodell in Gips der Marmorstatue der Paolina Bonaparte und brach damit zwei Fußzehen ab.

Danach verließ die Gruppe das Museum ohne den Schaden zu melden. Die Museumsleitung, die wenige Minuten nach dem Vorfall die Gipsfragmente fand, konnte die Gruppe mithilfe der Videos von Überwachungsanlagen und des Anmeldungsformulars der Touristen identifizieren. Mit dem Fall beschäftigen sich jetzt die Carabinieri. Angaben über die Herkunft des Touristen wollte die Museumsleitung auf APA-Anfrage nicht geben.

Meisterwerk

Die Marmor-Abbildung der Paolina Bonaparte Borghese, Schwester Napoleons, ist eines der Meisterwerke des Neoklassizismus. Die hier als siegende Venus dargestellte Prinzessin ist das bekannteste Werk der aktuellen Sammlung im Canova Museum in Possagno, dem Geburtsort des Bildhauers. Dabei handelt es sich um das Originalmodell in Gips der Marmorstatue der Paolina Bonaparte, die in der Galleria Borghese in Rom ausgestellt ist.

Der Schaden wurde vom bekannten italienischen Kunstkritiker und Parlamentarier Vittorio Sgarbi gemeldet, der auch Präsident der Stiftung "Antonio Canova" ist. Sgarbi beklagte auf Facebook einen "Vandalakt" seitens eines "kopflosen österreichischen Touristen".

Inzwischen hat das Museum bereits ein Team beauftragt, die Gipsstatue zu restaurieren. "Zum Glück haben wir die gebrochenen Gipsteile gefunden. Das hilft uns bei der Restaurierung", betonte Museumsleiterin Moira Mascotto im Gespräch mit der APA.

"Wir rufen Besucher immer wieder auf, sich nicht auf die Statuen zu setzen. Verantwortungsloses Verhalten schadet den Schätzen, die unser Museum aufbewahrt. Hier geht es nicht aber nicht um die Staatsangehörigkeit der Besucher. Österreicher sind gute Freunde unseres Museums", sagte Mascotto.

Das Museums Antonio Canova in Possagno wurde 1836 im Wohnhaus des Künstlers von dessen Bruder Gian Battista Sartori eingerichtet. Im Museum sind Gipsmodelle zu sehen, die Canovas Marmorarbeiten vorausgingen. Aufbewahrt sind auch Gemälde, Stiche, Zeichnungen, Stücke aus Marmor, Werkzeuge und einige Kleider des Künstlers zu sehen.

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