Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Deutscher Urlauber tot
(Symbolbild)
Zusammenfassung
- Drei Menschen starben auf einer Atlantik-Kreuzfahrt mutmaßlich an einer Hantavirus-Infektion, weitere drei sind infiziert.
- Die WHO bestätigte einen Laborfall, die übrigen gelten als Verdachtsfälle; Passagiere und Crew erhalten medizinische Unterstützung.
- Das betroffene Schiff "Hondius" war mit bis zu 170 Passagieren unterwegs und befand sich zuletzt vor Kap Verde.
Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben.
Weitere drei Menschen sind wohl infiziert, einer davon - ein britischer Patient - wird in Südafrika intensivmedizinisch betreut, wie die WHO in Genf und die südafrikanischen Behörden mitteilten. Die anderen beiden Infizierten seien Crew-Mitglieder, die an Bord ebenfalls medizinische Notfallversorgung benötigten, hieß es vom Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions.
Deutscher Passagier unter den Toten
Nach Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums verstarb ein 70-jähriger Niederländer auf dem Schiff. Seine 69-jährige Ehefrau sei am Flughafen in Johannesburg zusammengebrochen, als sie versuchte, in ihre Heimat zurückzufliegen. Sie sei ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben.
Nach Angaben des Schiffsbetreibers ist auch ein deutscher Passagier einer der Toten. Am Sonntag sei die Person an noch ungeklärter Ursache an Bord der "Hondius" gestorben, teilte der niederländische Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions mit. Weitere Einzelheiten wie Geschlecht oder Alter waren zunächst unbekannt. Von deutschen Behörden gab es zunächst keine Informationen zu dem Fall.
Der Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Infektionen können bei Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren passieren. In seltenen Fällen wird der Erreger auch von Mensch zu Mensch übertragen, hieß es von der WHO.
Bisher ein Fall im Labor nachgewiesen
Bisher wurde einer der Fälle auf dem Schiff in einem Labor nachgewiesen, die restlichen Infektionen gelten als Verdachtsfälle. Die restlichen Passagiere und die Crew würden medizinische Unterstützung erhalten, hieß es von der WHO. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.
Laut einem Bericht der BBC handelt es sich um das Schiff "Hondius". Laut dem Fahrplan des Schiffes war die "Hondius" von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen auf Kap Verde.
Das Schiff des niederländischen Betreibers Oceanwide Expeditions hat für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder Platz.
WHO sieht geringes Risiko
Die WHO warnt derzeit vor Panik angesichts des Hantavirus. Für die breite Öffentlichkeit sei die Gefahr gering, so die WHO am Montag. "Hantavirus-Infektionen sind ungewöhnlich und in der Regel auf den Kontakt mit infizierten Nagetieren zurückzuführen", betonte WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge.
Zwar könne die Krankheit in einigen Fällen schwer verlaufen, eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei jedoch selten. Die WHO arbeite mit den beteiligten Ländern zusammen, um die medizinische Versorgung, Evakuierungen und Untersuchungen zu unterstützen.
Behörden verbieten Passagieren, Schiff zu verlassen
Die kapverdischen Behörden weigern sich, die Passagiere an Land zu lassen. Die "MV Hondius" erhalte keine Erlaubnis, im Hafen der Hauptstadt Praia anzulegen, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, am Sonntagabend dem Radiosender Radio de Cabo Verde. "Zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung" dürften die Passagiere nicht von Bord gehen.
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