Wachmann auf Kreuzfahrtschiff: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher festgenommen

Der serbisch-kroatische Kriegsverbrecher hatte sich eine falsche Identität zugelegt und konnte so jahrelang auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten. Gegen ihn lag ein internationaler Haftbefehl vor.
Ein großes Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen, umgeben von Containern und einem kleinen Boot im Vordergrund.

Zusammenfassung

  • Milan B., mutmaßlicher Kriegsverbrecher aus den Jugoslawienkriegen, wurde im Hafen von Civitavecchia festgenommen.
  • Er arbeitete jahrelang unter falschem Namen als Wachmann auf einem Kreuzfahrtschiff und fälschte seine Ausweispapiere.
  • Die Festnahme erfolgte nach einer polizeilichen Kontrolle und einem längeren Versteckspiel im Maschinenraum.

Im Alter von 23 Jahren soll Milan B. in den 1990er-Jahren während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien einen alten Mann mit einer Kalaschnikow erschossen haben sowie an einem Massenmord und an Vergewaltigungen von Frauen und Kindern beteiligt gewesen sein. Der heute 58-jährige Mann stand zu Beginn des Krieges auf der Seite der Kroaten, schloss sich jedoch später einer Brigade proserbischer Milizen an.

Jahrelang als Wachmann gearbeitet

Mehr als 30 Jahre später erhoben Richter in Zagreb Anklage gegen Milan B. und erließen einen internationalen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen. Laut der italienischen Zeitung La Repubblica fordern sowohl Serbien als auch Kroatien seine Auslieferung. Im Hafen von Civitavecchia in Italien wurde der mutmaßliche Kriegsverbrecher Milan B. von Grenzschutzbeamten festgenommen. Die Festnahme erfolgte bereits am Ostersonntag, wurde jedoch erst später öffentlich.

Jahrelang soll der heute 58-Jährige unter falschem Namen als Wachmann auf einem Kreuzfahrtschiff der Reederei MSC gearbeitet haben. Italienischen Medien zufolge fälschte Milan B. seine Ausweispapiere. Im Rahmen einer polizeilichen Routinekontrolle wurden Beamte auf seinen Reisepass aufmerksam. Durch den Vergleich verschiedener Schreibweisen seines Namens, bei denen lediglich ein Apostroph im Nachnamen variierte, stellten sie fest, dass das Passfoto mit dem Foto aus dem Haftbefehl übereinstimmte.

Im Maschinenraum versteckt

Daraufhin wartete die Grenzschutzpolizei in ziviler Kleidung vor dem Schiff auf den mutmaßlichen Kriegsverbrecher. Dieser soll jedoch misstrauisch geworden sein und sich, wie La Repubblica berichtet, in einem Maschinenraum versteckt haben. Erst nach über drei Stunden soll er gefunden und festgenommen worden sein. 

Medienberichten zufolge äußerte sich der Mann, auch in Anwesenheit eines Dolmetschers, nicht zu seiner Festnahme. 

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