Drei Tote bei Schießerei in Spanien, auch Schwangere unter Opfern
Rettungsauto in Spanien (Archivbild)
Zusammenfassung
- In Isla Cristina in Südwestspanien wurden bei einem mutmaßlichen Racheakt im Drogenmilieu drei Menschen erschossen, darunter eine hochschwangere 39-Jährige, ihre 62-jährige Mutter und ein 16-Jähriger; auch das ungeborene Kind starb.
- Nach Behördenangaben eröffneten zwei maskierte Täter auf einem Motorrad das Feuer, zudem wurden zwei weitere Menschen verletzt.
- Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit früheren Auseinandersetzungen im Drogenmilieu, während der getötete Jugendliche demnach zufällig in die Schusslinie geriet.
Bei einem mutmaßlichen Racheakt im Drogenmilieu sind im Südwesten Spaniens drei Menschen erschossen worden. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine Frau (39) im achten Schwangerschaftsmonat, um eine 62-jährige Frau sowie um einen 16-Jährigen, wie die Behörden der Region Andalusien mitteilten. Das ungeborene Kind überlebte die Tat ebenfalls nicht. Außerdem seien zwei weitere Personen verletzt worden, hieß es.
Die Tat ereignete sich den amtlichen Angaben zufolge in der 21.000-Einwohner-Gemeinde Isla Cristina in der andalusischen Provinz Huelva. Zwei maskierte Täter näherten sich demnach am späten Sonntagabend den Opfern auf einem Motorrad und gaben zahlreiche Schüsse ab. Die Opfer blieben auf der Straße liegen und konnten von den Rettungskräften nicht mehr wiederbelebt werden.
Mutmaßlicher Racheakt im Drogenmilieu
Die Polizeieinheit Guardia Civil nahm inzwischen Ermittlungen auf. Als wahrscheinlich gilt derzeit ein Zusammenhang mit Auseinandersetzungen im Drogenmilieu, wie der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Die beiden getöteten Frauen seien die Mutter und die Schwester eines Mannes, gegen den wegen eines tödlichen Schusswechsels im September 2024 ermittelt werde.
Teenager geriet zufällig in die Schusslinie
Die Ermittler prüfen nun, ob die Tat ein Vergeltungsschlag im Zusammenhang mit diesem Fall war. Der getötete 16-Jährige stand allerdings demnach weder mit den beiden Frauen noch mit dem mutmaßlichen Racheakt in Verbindung. Er sei vielmehr „zufällig dort vorbeigegangen“, als die Schüsse fielen, hieß es.
Bürgermeister: „Grauenvolle Szene“
Bürgermeister Genaro Orta sprach von einer „grauenvollen Szene“ am Tatort. Rund um die Opfer hätten zahlreiche Patronenhülsen gelegen. Er äußerte die Hoffnung, dass es in den kommenden Tagen keine weiteren Vergeltungsakte in Isla Cristina geben werde. „Die Beunruhigung im Ort ist groß.“
Der regionale Regierungschef Juanma Moreno bezeichnete die Tat inzwischen als „unerträglich“. Der Drogenhandel dürfe in Andalusien nicht ungehindert agieren, erklärte der konservative Politiker auf der Plattform X. Er forderte die linksgerichtete Zentralregierung auf, mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
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