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„Schreie der Kinder“ gehört: Tote und Verletzte bei Brand in Kinderheim

In einem Kinderheim in Algerien sind elf Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache ist noch unklar.
Vor einem Gebäude mit arabischem Schild stehen mehrere Polizisten, ein Mann in Rot und Fahrzeuge; über dem Tor weht eine algerische Flagge.

Zusammenfassung

  • Bei einem Brand in einem Kinderheim im Vorort Mohammadia bei Algier kamen mindestens elf Menschen ums Leben, darunter mehrere Kinder, zudem wurden 19 Menschen verletzt.
  • Die Brandursache war zunächst unklar, der Löscheinsatz begann in der Nacht, und Augenzeugen berichteten von Schreien der Kinder sowie einem schwierigen Rettungseinsatz.
  • Algerien leidet derzeit unter einer Hitzewelle mit zahlreichen Bränden, während Staatschef Tebboune und Ministerpräsident Ghrieb den Opfern und Verletzten ihre Anteilnahme ausdrückten.

Bei einem Brand in einem Kinderheim in Algerien sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, darunter mehrere Kinder. Zudem gebe es laut der vorläufigen Bilanz des Unglücks in einem Vorort der Hauptstadt Algier 19 Verletzte, teilte der algerische Zivilschutz am Donnerstag mit. Der algerische Staatschef Abdelmadjid Tebboune beklagte während eines Berlin-Besuchs, dass „mehrere Kinder“ unter den Toten seien. In dem Land herrscht eine Hitzewelle mit zahlreichen Waldbränden.

Der Löscheinsatz in Mohammadia, einem Vorort der Hauptstadt Algier, hatte laut Zivilschutz gegen 3.00 Uhr begonnen. Der 41 Jahre alte Anrainer Abdessalam Merrah sagte, außer der Feuerwehr habe er um diese Zeit auch die „Schreie der Kinder“ gehört. Ein anderer Augenzeuge berichtete, die Feuerwehr habe eine Kettensäge einsetzen müssen, um ein Metallgitter von einem Fenster zu entfernen. Die Brandursache war zunächst unklar.

Verletzte mussten in Spezialklinik

Staatschef Tebboune brachte während seines Deutschland-Besuchs seine Anteilnahme zum Ausdruck. Unter den Todesopfern seien auch mehrere Kinder, sagte er laut der algerischen Nachrichtenagentur APS. Der algerische Ministerpräsident Sifi Ghrieb besuchte Verletzte in einer auf Brandverletzungen spezialisierten Klinik in Zeralda, einem Vorort von Algier, sowie im Mustapha-Bacha-Krankenhaus in der Hauptstadt, wie das algerische Fernsehen zeigte.

Der Chef der Rechtsmedizin des Mustapha-Bacha-Krankenhauses, Rachid Belhadj, sagte dem algerischen Fernsehen, einige Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Für ihre Identifizierung würden nun DNA-Proben benötigt, das Verfahren werde mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Hitzewelle in Algerien

Wie Südeuropa leidet auch Algerien seit Tagen unter einer Hitzewelle. Vom 8. bis zum 15. Juli brachen in verschiedenen Regionen des nordafrikanischen Landes insgesamt 932 Brände aus, wie der Zivilschutz laut APS mitteilte. 913 davon seien bis Mittwochmorgen gelöscht worden. Im Norden des Landes starb diese Woche ein 59 Jahre alter Stadtangestellter, als er der Feuerwehr bei der Brandbekämpfung half.

Der menschengemachte Klimawandel trägt zu häufigeren und heftigeren Waldbränden bei. Immer wieder werden Feuer absichtlich gelegt.

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