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SOS-Kinderdorf: Heimatort entfernt Spuren des Gründers

Büste von Hermann Gmeiner wird vom Ortszentrum ins Museum verlegt - Distanzierung von Ehrenbürgerschaft
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Nach im Vorjahr aufgetauchten Missbrauchsvorwürfen gegen den verstorbenen Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, hat seine Heimatgemeinde Alberschwende im Bregenzerwald nun beschlossen, den Gemeindesaal, der bisher Hermann-Gmeiner-Saal hieß, in Dorfsaal umzubenennen. Eine im Dorfzentrum stehende Büste Gmeiners soll ins Museum wandern, von der Ehrenbürgerschaft distanziere sich die Gemeinde, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

Eine Arbeitsgruppe hatte sich zuvor eingehend damit beschäftigt, wie mit dem Andenken an Gmeiner in seinem Geburtsort umgegangen werden soll. In einem offenen Prozess wurden Vorschläge erarbeitet, auch Experten für Kinder- und Opferschutz wurden eingebunden. Am Montagabend hat die Gemeindevertretung entsprechende Beschlüsse gefasst. In Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum Alberschwende sollen Spuren Gmeiners aus dem öffentlichen in den musealen Raum verlegt werden: Der Gemeindesaal wird umbenannt, der bisherige Schriftzug wurde abgenommen. 

Dieser wandert gemeinsam mit der zwischen Volksschule und Pfarrhaus stehenden Büste und anderen Artefakten zu Gmeiners Ehren vorerst ins Museumsdepot. Der Sockel, auf dem die Büste stand, eine Steinskulptur von Herbert Meusburger, bleibt an Ort und Stelle. Die Gemeindevertretung distanzierte sich zudem von der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Hermann Gmeiner.

Keine Aberkennung des Geleisteten

„Die Verlegung der Spuren und die Distanzierung von den Ehrungen sind keine Aberkennung dessen, was im SOS-Kinderdorf Gutes geleistet wurde, und ebenso wenig ein Vergessen der Verdienste jener Personen, die das SOS-Kinderdorf zur damaligen Zeit gegründet haben. Zugleich bleibt bestehen, was nicht hätte geschehen dürfen“, hieß es in der Aussendung der Gemeinde.

Im Oktober 2025 wurden schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den 1986 verstorbenen Gründer der SOS-Kinderdörfer Gmeiner bekannt. Nach derzeitigem Stand steht Gmeiner in Verdacht, an 16 Personen sexuellen Missbrauch verübt zu haben.

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