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Vorfälle rund um Tiroler Gauder Fest: Verdächtige ausgeforscht

Die Polizei nahm nach Medienberichten zu den Vorfällen Ermittlungen auf. Auch Lichtbilder wurden veröffentlicht.
Polizei-Abzeichen auf einer Uniform.

Nach dem Verdacht von neonazistischen bzw. rassistischen Vorfällen rund um das Gauder Fest im Tiroler Zillertal hat die Polizei drei Verdächtige ausgeforscht. Zuvor hatte die Polizei Lichtbilder von Personen veröffentlicht, die am 1. Mai bei der Anreise in der Zillertalbahn wiederholt den Hitlergruß ausgeführt sowie lautstark die Parole "Sieg! Sieg! Sieg! Heil! Heil! Heil!" skandiert haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Veröffentlichung zur Ausforschung angeordnet.

Zuvor hatte auf Social Media bereits ein Video die Runde gemacht. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) ersuchte um Hinweise.

 Anonyme, aus Tirol stammende Festgäste hatten sich zuletzt beim "Standard" gemeldet und von mutmaßlichen Vorfällen berichtet. Drei offenbar betrunkene junge Männer hätten sich im Zug mit einer weiteren Gruppe zusammengetan. Zudem war von rassistischen und antisemitischen Aussagen am Weg zum Fest die Rede und von Personen, die sich auf der Toilette am Festgelände "rassistisch ausgelassen" hätten. Und am Rande des Gauder Festes, in einer Hotelbar in Zell am Ziller, hätte eine Gruppe junger Männer offen "SS" und "HH" sowie ein Hakenkreuz auf einen Tisch gemalt.

Bürgermeister verurteilt angebliche Vorfälle

Der Bürgermeister und Veranstalter des Gauder Festes in Zell am Ziller, Robert Pramstrahler, verurteilte indes gegenüber dem ORF Tirol das geschilderte Verhalten: "Das Gauder Fest ist ein Traditionsfest mit Brauchtum und Geschichte und vielen Menschen, die feiern wollen. Rechtsradikale und Neonazis haben hier keinen Platz." Wir verurteilen das zutiefst", hielt er fest. Man habe eine behördliche Videoüberwachung und ausreichend Polizeikräfte vor Ort, sodass man etwaige Täter rasch finden und "vom Fest entfernen" könne.

Auf übergeordneter politischer Ebene kamen unterdessen Reaktionen von SPÖ und Grünen. SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim zeigte sich "schockiert." Die Tiroler Abgeordnete forderte "volle Aufklärung und Konsequenzen" und meinte: "Wir brauchen klare Kante gegen Rechtsextremismus in Österreich." Die sozialdemokratische Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz, meinte wiederum, NS-Wiederbetätigung sei kein "Burschenspaß", sondern "ein Verbrechen und gehört konsequent verfolgt und bestraft." Und Tirols SPÖ-Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl erklärte, die berichteten Vorfälle würden zeigen, "wie sehr wir den Kampf gegen Rechtsextremismus intensivieren müssen."

Die Grünen-Nationalratsabgeordneten Barbara Neßler und Lukas Hammer ließen wissen, dass es "nur die Spitze des Eisbergs" sei, die man hier erlebe. Dies zeige der Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW). Die Vorfälle seien eine "Schande für das Volksfest". Es brauche einen wirksamen Aktionsplan gegen Rechtsextremismus. "So sind wir in Tirol nicht", meinten zudem Neßler und Tirols Grünen-Chef Gebi Mair.

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