Kahr-Triumph in Graz: „Wir haben genau dort gespart, wo es hingehört“
Die Grazer Bürgermeisterin und KPÖ-Parteichefin Elke Kahr hat - obwohl selbst in ihren Prognosen vorsichtig - wie in den Umfragen vorhergesagt den ersten Platz der KPÖ bei der Gemeinderatswahl verteidigt. Sie holte laut den Hochrechnungen mit 36 Prozent sogar einen noch größeren Erfolg als 2021 (28,84) und belegte damit, dass der Triumph vor fünf Jahren keine Eintagsfliege war und bodenständige politische Arbeit honoriert wird.
Kahr selbst wollte nach eigenen Angaben nicht allzu lange bei ihrer Party bleiben. Vor Mitternacht wolle sie zu Hause sein, sagte sie später der APA. „Ich habe die größte Freude, wenn sich andere unterhalten. Heute will ich meinen Krimi fertig lesen. Im Wahlkampf habe ich immer nur zwei Seiten am Stück geschafft, bevor ich eingeschlafen bin.“ Ihr erster Termin am Montag sei erst um 9 Uhr, darüber sei sie „sehr froh“.
Nach dem Wahl-Triumph in der Zib2
Dafür ließ sich die Grazer Bürgermeisterin nach dem Wahlerfolg in der ZiB2 zuschalten. Sie zeigte sich dankbar für das Ergebnis, betonte aber, dass nun Gespräche folgen müssten.
Kahr verwies auf die bisherige Zusammenarbeit mit SPÖ und Grünen. „Wir sind sensationell gestärkt worden“, sagte sie mit Blick auf das Wahlergebnis. Ob es zu einer Fortsetzung der bisherigen Koalition kommt oder zu einer Zusammenarbeit mit den Grünen, ließ sie offen: „Das ist etwas, wo ich mich heute ganz sicher nicht festlegen werde.“ Entscheidend sei, mit wem eine soziale und umweltgerechte Politik für Graz möglich sei.
Wohnen und Schulden in Graz
Ein zentrales Thema bleibt für Kahr leistbares Wohnen. Die KPÖ habe sich seit Jahrzehnten dafür eingesetzt, Gemeindewohnungen zu erhalten und auszubauen. Angesprochen auf den gestiegenen Schuldenstand verteidigte Kahr den Kurs der Stadt und verwies auf die politische Verantwortung ihrer Partei: „Meine Partei war niemals jene, die so getan hat, als wenn wir der Krösus wären und das Geld auf der Straße liegt.“
KPÖ baut Erfolg in Graz aus
Man sei stets vorsichtig mit öffentlichen Mitteln umgegangen, betonte die Bürgermeisterin: „Wir sind immer sehr verantwortungsvoll umgegangen, haben genau dort gespart, wo es nämlich gehört, bei der Politik.“ Genannt wurden unter anderem gekürzte Klubförderungen, reduzierte Repräsentationsausgaben und der Abbau von Privilegien.
Kahr fordert Unterstützung von Bund und Land
Die gestiegenen Schulden erklärte Kahr mit Investitionen in zentrale Bereiche wie öffentlichen Verkehr, Bildung, Pflege, Wohnen und Infrastruktur. Diese Schwerpunktsetzung solle fortgeführt werden, ohne die Bevölkerung zu belasten.
Kritik an weniger Parkplätzen und möglichen Nachteilen für die Innenstadt wies Kahr zurück. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und mehr Grünraum würden die Stadt attraktiver machen. Für weitere Schritte brauche es allerdings auch Unterstützung von Bund und Land.
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