Trotz Knappheit: Klare Eier-Prognose für Ostern
Die Versorgung mit (Oster)Eiern sei gesichert, beruhigt die Landwirtschaftkammer
Zusammenfassung
- Eier-Versorgung zu Ostern ist trotz Knappheit gesichert, Hamsterkäufe sind laut Landwirtschaftskammer nicht notwendig.
- Für den steigenden Bedarf fordert die Kammer einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren für Stallausbauten sowie faire Preise und Herkunftskennzeichnung.
- Junge Landwirte steigen in die Eierproduktion ein, sehen aber hohe Kosten und lange Genehmigungszeiten als große Hürden.
Die steirische Landwirtschaftskammer meldete sich am Freitag, rund eine Woche vor dem Osterfest, mit einer beruhigenden Nachricht und mit einer Forderung: Eier seien zwar knapp, aber die Versorgung gesichert. "Hamsterkäufe sind nicht notwendig", so Vizepräsidentin Maria Pein.
Allerdings: Um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, müsste es beim Ausbau von Legehennenbetrieben Änderungen in der Bau- und Raumordnung geben.
Die Steiermark als "Eierland Nummer eins" unter den Bundesländern zähle derzeit rund 2,5 Millionen Legehennen. Erfreulicherweise habe sich die Nachfrage wegen des Trends zu mehr Proteinen in der Ernährung in den vergangenen Jahren gut entwickelt, sagte die Vizepräsidentin.
Bis zu 3 Jahre für Baugenehmigung
Einige ältere Betriebsführer hätten zwar aufgehört, doch seien auch junge Leute nachgekommen und ins Geschäft eingestiegen. Allerdings sei der Einstieg nicht leicht. Baugenehmigungen für moderne Stallungen und Außenbereiche dauerten oft 1,5 bis drei Jahre. Dazu kämen teure Gutachten. Daher brauche es aus ihrer Sicht seitens der Landespolitik bessere Rahmenbedingungen in der Bau- und Raumordnung.
Man müsse an den möglichen Stellschrauben der gesetzlichen Regelung drehen, so Pein. Es gehe dabei vor allem um die Geruchsbelastung. Technisch sei hier in den vergangenen Jahren ganz viel geschehen, allerdings werde bei der Errechnung der Emissionen noch von älteren Zahlenlagen ausgegangen.
Faire Preise gefordert
Wenn sich mehrere landwirtschaftliche Betriebe in einer Gemeinde befänden, summierten sich eben die Zahlen. Heutzutage gibt es aber laut Landwirtschaftskammer weit niedrigere Emissionen aufgrund neuer Technik.
Weiters plädiere man auch für faire Preise für die Erzeuger und eine Herkunftsbezeichnung für Eier entlang der gesamten Wertschöpfungskette, auch bei Nudeln und Fertigprodukten. "Denn es muss klar sein, wenn wir mit unseren hohen Standards nicht produzieren, kommt die Ware aus Drittstaaten", sagte Pein.
Hans-Peter Schlegl, Obmann der Geflügelwirtschaft Steiermark, sagte, in Österreich gebe es etwa 7,5 Millionen Legehennen. Man rechne mit einem zusätzlichen Bedarf von rund 500.000 Plätzen bis 2028, überwiegend in Freilandhaltung.
Was die Vogelgrippe auslöste
Das entspreche rund 135 Millionen Eiern zusätzlich für Handel und Gastronomie. Die Preise seien laut Schlegl mit dem erhöhten Bedarf nicht mitgegangen. Europaweit habe die Vogelgrippe für einen Fehlbestand von rund 12 Millionen Legehennen vor allem im Norden Europas gesorgt. Österreich sei da zum Glück mit einem blauen Auge davongekommen, so Schlegl.
In die Landwirtschaft gewechselt
Zwei junge Landwirte - beide haben aus einem anderen Beruf auf die Eierproduktion umgesattelt - schilderten ihre Situation: Nina Schweinzger, ursprünglich Pädagogin, hat im Zuge ihrer Rückkehr auf den elterlichen Hof in der Südoststeiermark den Stall saniert und in einem dreiviertel Jahr die Bestallung der Hennen geschafft. "Die Gemeinde hat sehr unterstützt.
Die Direktvermarktung habe sich positiv entwickelt, sie müsste ausbauen, da wären schnellere Genehmigungsverfahren erforderlich. Ihre Produktion gehe zu rund 50 Prozent zur Packstelle für den Lebensmitteleinzelhandel, 25 bis 30 Prozent in die Gastro und der Rest in die Direktvermarktung.
Johannes Riegler war früher Tischler und ist vergangenes Jahr im südoststeirischen Gnas in den elterlichen Hof eingestiegen. "Die Lage für Freiland-Legehennenhaltung ist optimal, die Streuobstwiesen werden als Auslauf mitgenutzt", sagte Riegler.
"Sicher kein Fehler"
Seit einem halben Jahr sei er im Vollerwerb. "Wir ermutigen andere ähnlich gelagerte Betriebe, einzusteigen, das ist sicher kein Fehler", so Riegler. Zu den Kosten für Stallungsgebäude nach dem Stand der Technik befragt, hieß es: Rund 120 Euro pro Hennenplatz, das mache bei einem Bestand von 5.000 Legehennen rund 600.000 Euro.
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