LKH Bad Aussee: Ärzte wehren sich gegen "falsche Darstellung"

Das Landeskrankenhaus Bad Aussee mit großem Vordach und Bergkulisse im Abendlicht.
Die Diskussion um das LKH Bad Aussee spitzt sich zu: Die SPÖ macht es zum Thema im Landtag, Ärzte aus der Region üben heftige Kritik an der KAGES.

Zusammenfassung

  • SPÖ thematisiert Verunsicherung um orthopädische Eingriffe im LKH Bad Aussee im Landtag.
  • Ärztinnen und Ärzte widersprechen der offiziellen Darstellung zur Verlegung einer Patientin und sehen gezieltes Vorgehen gegen das Spital.
  • SPÖ und KPÖ fordern Aufklärung und Klarheit, während die Ärzteschaft einen "Todesstoß" für das LKH Bad Aussee befürchtet.

Die Wogen um orthopädische Eingriffe im Spital Bad Aussee haben sich nicht geglättet, vielmehr steigen sie immer höher: Am Dienstag macht die SPÖ die "Verunsicherung rund um das LKH Bad Aussee" - so der Titel ihrer Dringlichen Anfrage - zum Thema in der Landtagssitzung.

Scharfe Kritik am KAGES-Chef

Unterdessen haben sich auch Ärztinnen und Ärzte aus der Region gemeldet. In einem offenen Brief üben sie heftige Kritik am Vorgehen der Krankenanstaltengesellschaft (KAGES) und deren Vorstandsvorsitzenden Gerhard Stark. Er untersagte vergangene Woche per Dienstanweisung planbare orthopädische Eingriffe in Bad Aussee.  

Stark nahm als Aufhänger für seine Dienstanweisung einen Akutfall. Eine Patientin mit Beinbruch sei nicht im LKH Bad Aussee operiert, sondern weiter ins LKH Rottenmann gebracht worden - angeblich, weil in Aussee wegen geplanter orthopädischer Eingriffe aus Privatordinationen keine Kapazitäten vorhanden gewesen seien.

"Verdreht und unvollständig"

So etwas dulde er nicht, ließ Stark danach wissen. Das sei aber eine "falsche Darstellung" der Ereignisse, kontern die Mediziner nun in ihrem offenen Brief schreiben: "Wie Tatsachen umgedreht und unvollständig dargestellt werden können, ist erschreckend."

Dass  die Skifahrerin mit der Beinfraktur in das LKH Rottenmann überstellt wurde, sei nämlich direkt von der KAGES angeordnet gewesen. Ebenfalls durch eine ältere Dienstanweisung, die für derartige Akutfälle das größere Spital des Verbundes Rottenmann-Bad Aussee vorsehe.

"Todesstoß fürs LKH"

Den Vorwurf, es habe wegen "Privatpatienten" keine OP-Kapazität gegeben, weist die Ärzteschaft ebenfalls zurück: An dem betreffenden Tag seien nämlich gar keine planbaren Eingriffe eingetaktet gewesen. Die Medizinerinnen und Mediziner sehen in dem Ganzen deshalb Kalkül und den "Todesstoß" für das LKH Bad Aussee.  

Das Hin und Her verwirrt Patienten wie Politik gleichermaßen. Die KPÖ, die die Dienstanweisung Starks an das LKH Bad Aussee publik gemacht hatte, fordert "Klarheit statt Chaos".

Zehn Fragen an Gesundheitslandesrat

Die SPÖ kritisiert einen "Kahlschlag ohne Fahrplan. Funktionierende Strukturen vor Ort werden zerstört." Und stellt zehn Fragen an Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP), darunter jene nach dem aktuellen Stand der über bundesländerübergreifende Kooperationen im Spitalsbereich. Kornhäusl war erst kürzlich deshalb bei Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

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