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Rassismus wächst weiter: Antidiskriminierungsstelle Steiermark mit 500 Fällen

1.570 Meldungen zu Hass-Postings: Jahr mit reduziertem Leistungsumfang aufgrund von Förderstopp des Landes.
Ein Mann hält bei einer Demonstration ein Schild mit der Aufschrift „Rassismus ist keine Meinung“ hoch.

Ethnische Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, Behinderung - die Ursachen für Diskriminierung sind vielfältig. Für viele Menschen gehören die daraus entstehenden Benachteiligungen zum Alltag.

Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark hat am Montag ihren Jahresbericht präsentiert: 2025 verzeichnete die Stelle mehr als 500 Anfragen, in 463 Fällen wurde interveniert, berichtete Leiterin Daniela Grabovac. Auf der Ban-Hate-App gingen 1.570 Meldungen zu Hass-Postings ein.

"Wer nie Diskriminierung erfahren hat, mag die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle für entbehrlich halten. Aber Diskriminierung hat viele Gesichter und kann im Laufe des Lebens jeden treffen", so die Leiterin der niederschwelligen Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen mit Diskriminierungserfahrungen gegenüber der APA.

Im öffentlichen Raum und im Internet

Und Fälle hat es auch im vergangenen Jahr - in dem die AD-Stelle aufgrund der völligen Streichung der finanziellen Unterstützung vonseiten des Landes Steiermark nur mit erheblichen Stundenkürzungen arbeiten konnte - viele gegeben: 271 Frauen, 187 Männer sowie fünf Personen mit diverser Geschlechtszugehörigkeit wandten sich an die Stelle. Der Alltag im öffentlichen Raum war mit rund 40 Prozent aller Meldungen der häufigste Bereich von Diskriminierung.

Die von der AD-Stelle betriebene Ban-Hate-App zur Meldung von Hasspostings zählte 1.570 Meldungen, die in 668 Fällen an die Strafverfolgungsbehörden und Plattformbetreiber weitergeleitet wurden. Besonders alarmierend sei laut Grabovac die hohe Zahl von 393 verhetzenden Postings gewesen.

Das sind die häufigsten Formen von Diskriminierung

Fremdenfeindlichkeit und Rassismus seien sowohl im Alltag als auch auf Social Media die häufigste Form der Diskriminierung - seien es rassistisch motivierte Übergriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Supermarktkassen, Angriffe in Parks oder Hakenkreuz-Schmierereien in Hausliften und auf Briefkästen oder Einlassverweigerung im Nachtlokal. Der aktuelle, rund 80-seitige Bericht hat eine Auswahl der unrühmlichen Fälle aufgelistet.

Im Bereich des Hasses im Internet liefert die Jahresstatistik ein auf den ersten Blick ungewohntes Bild: Die Zahlen liegen deutlich unter denen der Vorjahre. "Das kann jedoch nicht als Rückgang vom Hass im Netz interpretiert werden", betonte Grabovac. Es sei vielmehr der Rückgang als ein Resultat der drastischen Fördermittelkürzung zu sehen, welche die Arbeit der Ban-Hate-App ab dem Juli 2025 beeinflusst hat, wie die Leiterin der Stelle erklärte. Man habe die Meldungen erst mit erheblicher Verzögerung bearbeiten können. Hier wurde der App möglicherweise vorübergehend Wind aus den Segeln genommen.

Fördermittelkürzung abgefangen

Der Fortbestand der AD-Stelle ist nun zumindest bis Oktober 2027 gesichert. Das Sozialministerium investiert 490.000 Euro in das Projekt "Fight Hate", in welchem bundesweit community-orientierte Präventionsarbeit gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich geleistet werden soll.

Im Herbst 2025 sind zuerst das Integrationsreferat der Stadt Graz mit 70.000 Euro und das Amt der Bürgermeisterin mit 15.000 Euro eingesprungen, damit überhaupt ein reduziertes Angebot aufrechterhalten werden konnte.

Unterstützung habe auch die SPÖ Graz zugesagt, so Grabovac. Diese habe angekündigt, auf die rückwirkende Erhöhung der Parteienförderung nach Anpassung des Verbraucherpreisindexes zu verzichten und das Geld stattdessen für die AD-Stelle zu widmen. Allerdings sei dieser Betrag noch nicht auf dem Konto eingelangt, wie Grabovac erwähnte.

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