Kampf gegen Hass: Bund rettet Antidiskriminierungsstelle Steiermark

Ein Mann tippt Hassnachrichten auf einem Notebook.
Die Einrichtung war nach Wegfall der Landesförderung in Existenz bedroht. Nun sichert eine Förderung des Sozialministeriums den Betrieb bis Ende Oktober 2027.

Zusammenfassung

  • Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark ist durch eine Förderung des Sozialministeriums bis Oktober 2027 gesichert, nachdem zuvor Landesmittel gestrichen wurden.
  • Das Projekt "Fight Hate" erhält 490.000 Euro und fokussiert auf Präventionsarbeit gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass, insbesondere gegenüber der LGBTIQ-Community.
  • Langfristige Verantwortung für die dauerhafte Finanzierung der Antidiskriminierungsstelle liegt weiterhin bei der steirischen Landesregierung.

Der Fortbestand der Antidiskriminierungsstelle Steiermark ist vorerst gesichert. Ihr wurden im Sommer 2025 die Fördermittel des Landes Steiermark gestrichen.

Betrieb bis Oktober 2027 gesichert

Seither konnte mit Unterstützung der Stadt Graz und der SPÖ Graz ein reduziertes Angebot aufrechterhalten werden. Mit einer Förderung aus dem Sozialministerium über 490.000 Euro ist nun der Bestand bis Ende Oktober 2027 gesichert. Finanziert wird damit das Projekt "Fight Hate", hieß es am Montag seitens des Ministeriums.

Mit dem Wegfall der Landesförderung waren laut der Antidiskriminierungsstelle 90 Prozent des Budgets weggebrochen.

Absicherung durch neues Projekt 

Die Stadt Graz sprang mit 85.000 Euro und die SPÖ Graz mit 80.000 Euro ein, um den Betrieb übergangsweise zu sichern. Nun gibt es über das neue Projekt "Fight Hate" eine mittelfristige Absicherung. Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark hatte als Fördernehmerin "Helping Hands Graz - Verein für integrative und antirassistische Projekte" das Projekt für die Förderung eingereicht und eine Zusage erhalten.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine "community-orientierte Präventionsarbeit gegen Extremismus, Diskriminierung und Hass in Österreich".

Gegen Hasskriminalität auftreten

Anlass seien insbesondere die Razzien im Zusammenhang mit Hasskriminalität gewesen, die ihren Ausgangspunkt in der Steiermark nahmen und die Dimension des Hasses und der Gewalt gegen die LGBTIQ-Community sichtbar gemacht hätten.

Am Projekt beteiligt sind auch die RosaLila PantherInnen und weitere Partnerorganisationen in ganz Österreich. Es gehe um die Beratung und die Stärkung von Gruppen, die von Hass betroffen sind.

Mit dem Projekt sollen unter anderem Workshops zu Themen wie der Erkennung von Extremismus, Radikalisierungstendenzen und manipulativen Narrativen, dem Umgang mit Hate speech und Hate crimes, digitale Medienkompetenz und Zivilcourage sowie Stärkung der demokratischen Teilhabe und Selbstschutz und kollektive Resilienz durchgeführt werden.

Ball liegt bei Landesregierung

 Die von der Antidiskriminierungsstelle entwickelte BanHate-App wird ebenfalls weiter betrieben. Mit der Förderung seien Kündigungen abgewendet worden, allerdings liege "die Verantwortung der dauerhaften finanziellen Absicherung der Antidiskriminierungsstelle als wichtiges Angebot für die Steiermark nach wie vor bei der Landesregierung", hieß es in der Aussendung des Sozialministeriums.

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