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Abtenauer Bergbahnen: Konkurs statt Sanierung

Das kleine Salzburger Skigebiet Karkogel in Abtenau muss Konkurs anmelden, da die Sanierung gescheitert ist. Das Unternehmen wird geschlossen.
Eine Gondelbahn hängt im Nebel über einer Skipiste.

Die Sanierung des kleinen, insolventen Salzburger Skigebietes Karkogel in Abtenau (Tennengau) ist gescheitert. Wie Kredit- und Gläubigerschutzverbände informierten, ist bei der Tagsatzung im Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Mittwoch am Landesgericht Salzburg der Sanierungsplan über die "Abtenauer Bergbahnen Gesellschaft m.b.H." zurückgezogen worden. Das Insolvenzverfahren wird nun als Konkursverfahren weitergeführt.

Die sofortige Schließung des Unternehmens wurde beantragt und auch gerichtlich bewilligt. Bisher haben 56 Gläubiger inklusive 16 Dienstnehmern Ansprüche von rund 6,29 Millionen Euro zum Verfahren angemeldet, wovon aktuell Insolvenzforderungen von rund 4,47 Millionen Euro als anerkannt gelten, wie der Kreditschutzverband KSV1870 informierte. 

Sanierungsplan

Forderungen im Ausmaß von rund 1,82 Millionen Euro sind hingegen bestritten. Der Sanierungsplan wurde im Zuge des Verfahrens verbessert und sollte heute zur Abstimmung gelangen: 20-prozentige Quote zahlbar binnen 14 Tagen ab Rechtskraft der gerichtlichen Bestätigung des Sanierungsplanes, auszuschütten durch den Masseverwalter.

Es kam zu keiner Abstimmung, da der angebotene Sanierungsplan in der heutigen Tagsatzung zurückgezogen wurde, berichtete AKV Europa. Das Sanierungsverfahren werde nun in ein Konkursverfahren übergeführt. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werde insbesondere die ordnungsgemäße Abwicklung des schuldnerischen Unternehmens sowie die bestmögliche Verwertung des vorhandenen Vermögens im Mittelpunkt stehen.

15 Dienstnehmer und 45 Gläubiger

Das Sanierungsverfahren war am 26. Februar am Landesgericht Salzburg eröffnet worden. Schulden in der Höhe von rund 4,29 Millionen Euro dürften Vermögenswerten in der Höhe von 0,75 Millionen Euro gegenüberstehen, hieß es damals. Von der Insolvenz seien 15 Dienstnehmer und 45 Gläubiger betroffen.

Die 1962 gegründete Gesellschaft hat eine Kabinenbahn und vier Schlepplifte betrieben. An den Bergbahnen sind insgesamt 46 Gesellschafter beteiligt. Mit Abstand größte Eigentümer sind die Marktgemeinde Abtenau (58,4 Prozent) und der Tourismusverband Abtenau (31,3 Prozent). 

Unerwartete Kostensteigerungen

Als Ursache für die Insolvenz nannten die Bergbahnen Verzögerungen und unerwartete Kostensteigerungen bei der Errichtung eines "betriebsnotwendigen" Speicherteiches. Dazu habe es Streitigkeiten mit der Baufirma gegeben. Bereits in den vergangenen drei Jahren hätten ausbleibende Besucherzahlen und wetterbedingte Umsatzeinbußen zu einer wirtschaftlich schwierigen Situation geführt.

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