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Chronik Österreich
02/07/2019

Uni Graz: Zweites Hearing für Vizerektor

Uni-Rat entscheidet am Freitag über die Nachfolge von Rektorin Christa Neuper.

von Elisabeth Holzer

Der Vizerektor der Uni Graz, Martin Polaschek, muss sich einem zweiten Hearing stellen: Der Universitätsrat will dem 53-Jährigen  am Donnerstag Details zu  seiner Amtsführung als  möglicher neuer Rektor  abringen.  „Wir wollen neue Fragen als beim ersten Hearing beantwortet haben“, begründet die Präsidentin des Straflandesgerichtes Graz, Caroline List. Sie ist Vorsitzende Uni-Rates. Unter anderem dürften dessen neun Mitglieder konkrete Konzepte für die Entwicklung der Uni verlangen.

Der bisherige Vizerektor ist bekanntlich der einzige Kandidat für den Rektorsposten an der Karl-Franzens-Universität Graz: Der Uni-Senat (das Gremium der Uni-Angehörigen) hat dem Rat (externe Experten) keine andere Auswahlmöglichkeit gegeben. So etwas ist selten, aber rechtlich gedeckt. Üblicherweise kann der Uni-Rat aus drei Kandidaten wählen.

Interimistische Leitung

Viele Möglichkeiten und viel Zeit bleiben jedoch nicht. Rektorin Christa Neuper beendet ihre Funktion definitiv mit 30. September. Sollte sich der Uni-Rat gegen Polaschek entscheiden, müsste der Posten neu ausgeschrieben werden. Das Prozedere abzuschließen, wird vor Oktober schwer möglich sein: Interimistisch müsste dann Neupers erster Stellvertreter die Universität leiten - diese Funktion übt Martin Polaschek aus.

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Wiederholung mehr Bewerber als zuvor Interesse zeigen, ist zudem eher gering: Schon auf die reguläre Ausschreibung im Herbst meldeten sich nur fünf Bewerber, ausschließlich Männer. Drei wurden zum Hearing im Jänner eingeladen. Allerdings sagte einer zwei Tage vor dem Termin überraschend ab.

Es blieben noch Martin Polaschek sowie der Personalchef der Uni, Kurt-Martin Lugger, im Rennen. Der Uni-Senat legte sich nach den Hearings auf Polaschek fest. Er ist Uni-Professor, im Gegensatz zu Lugger, der zwar einen Doktorgrad hat, aber nicht habilitiert ist.

Der Uni-Rat muss sich in seiner regulären Sitzung Freitagnachmittag entscheiden. In welche Richtung es geht, ist derzeit offen. „Das werden wir am Donnerstag diskutieren“, betont Vorsitzende List. Eine der kolportierten Lesarten ist pragmatisch: Der Senat vertritt die rund 4400 Bediensteten sowie 30.000 Studierenden. Sie sind im Gegensatz zu den externen Mitgliedern des Rates direkt von der Rektorswahl betroffen und haben offensichtlich kein Problem mit Polascheks Kür.

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