Polizeihubschrauber beim Abtransport des tödlich Verunglückten.

© APA/EXPA PICTURES/JOHANN GRODER

Bergsteigen
09/30/2014

Zwei Tote bei Drama am Großglockner

Tirol/Kärnten. Zwei Wolfsberger stürzten bei Tour am Großglockner 400 Meter in die Tiefe

von Thomas Martinz

Das Rote Kreuz Kärnten trägt Trauer. Rund 400 Meter über steiles, von Felsen durchsetztes Gelände sind am Dienstag auf dem Großglockner zwei Ärzte aus dem Bezirk Wolfsberg abgestürzt, die bei der Organisation engagiert waren. Der 49-Jährige Hubert Scharf konnte nur tot geborgen werden. Sein 56 Jahre alter Kamerad, Wolfgang Trebuch, erlag wenige Stunden später im Krankenhaus Lienz seinen schweren inneren Verletzungen.

Scharf war von 1982 freiwilliger Mitarbeiter des Roten Kreuzes und übte das Amt in der Folge hauptberuflich aus. Er war ein als Rettungs- und Notfallsanitäter engagierter und geschätzter Kollege. Trebuch war seit 1991 Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes in Wolfsberg. Der Ehemann und vierfache Familienvater hat stets viel Energie und Lebenszeit in die freiwillige Arbeit beim Roten Kreuz investiert, betont der Landesverband.

„Wir verlieren zwei kompetente Helfer. Wolfi und Hubert, wir werden Euch als Freunde und Kollegen nie vergessen“, sagte Kärntens Rot-Kreuz-Präsident Peter Ambrozy in einer ersten Stellungnahme.

Ärzte verloren Kampf

Die beiden Wolfsberger waren am Dienstagmorgen über die Südseite des Großglockners auf- und in die Grögerrinne eingestiegen, einer 45 Grad steilen Firnflanke. Das Unglück ereignete sich um 10 Uhr: Ein Alpinpolizist aus Salzburg war privat am Stüdlgrat unterwegs und beobachtete den Absturz der Seilschaft in den sogenannten „Teischnitzkees“. Er war es auch, der die Rettungskette in Gang setzte und als Erster zu den Alpinisten vordrang.

Hubert Scharf dürfte sofort tot gewesen sein, seine Leiche wurde mit dem Polizeihubschrauber geborgen. Inzwischen wurde Wolfgang Trebuch vor Ort erstversorgt und mit dem Rettungshubschrauber „Martin 4“ ins Bezirkskrankenhaus nach Lienz transportiert.

Seine Verletzungen waren aber so schwer, dass er ebenfalls nicht mehr gerettet werden konnte. Wie es zum Absturz gekommen ist, ist derzeit noch unklar. Ersten Ermittlungen zufolge dürfte aber einer der beiden Bergsteiger abgerutscht oder gestürzt sein und seinen Kollegen mit in die Tiefe gerissen haben.

„Wir werden uns am Mittwoch die Unfallstelle noch anschauen. Klar ist nur, dass die beiden Alpinisten mit einem Seil verbunden waren und aus diesem Grund beide verunglückten“, sagt Klaus Hanser, Gruppeninspektor der Polizei Lienz.

Das Wetter spielte beim Unglück jedenfalls keine Rolle. „Es herrschte am Vormittag ideales Bergwetter, die Bedingungen waren optimal“, berichtet Peter Tembler, Ortsstellenleiter der Bergrettung Kals. Der erfahrene Bergsteiger beschreibt die Route, die die beiden Kärntner wählten, als „schöne, aber schwierige Tour.“

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