Bis 2008 waren auch Kampfjets am Fliegerhorst  stationiert, ehe  alle nach Zeltweg verlegt wurden.

© /Bundesheer

Steiermark
06/24/2014

Zu teuer: Interessenten für den Fliegerhorst sprangen ab

Verkauf des ehemaligen Fliegerhorst Nittner ist zum zweiten Mal geplatzt. Nun könnte das Areal filetiert werden.

von Elisabeth Holzer

38 Hektar groß, die Hälfte davon Wald, dazu Rollbahnen, Bürogebäude und Flughangars. Direkter Nachbar ist der Flughafen Graz-Thalerhof, der nächste Autobahnanschluss ist nur wenige Fahrminuten entfernt.

Allein von der Lage her müsste das ehemalige Militärgelände für Käufer durchaus interessant sein. Dennoch findet sich keiner: Bereits zum zweiten Mal ist der Verkauf des früheren Fliegerhorsts Nittner in Unterpremstätten bei Graz geplatzt. Drei Bewerber waren zu einer entsprechenden Verhandlung eingeladen worden, die gestern stattfinden hätte sollen. Doch sie winkten ab – dem Vernehmen nach, weil ihnen die Kaufsumme von acht Millionen Euro zu hoch war.

Kein Gebot

Seit einem Jahr versucht die SVIBEG, die Strategische Immobilienverwertungs- Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft, das Areal abzustoßen. Bisher allerdings ohne Erfolg: 2013 wurde als Mindestgebot 10,5 Millionen Euro ausgeschrieben, doch es gab kein einziges Angebot. Im Frühjahr wurde erneut ausgeschrieben, diesmal im sogenannten freien Verkauf, ohne Mindestgebot. Fünf Interessenten meldeten sich, drei wurden von der SVIBEG zu Detailgesprächen gebeten. Doch sie sprangen ab, als sie ihnen die Preisvorstellungen bekannt gegeben wurden.

Jetzt heißt es für die SVIBEG, neu zu taktieren. "Wir prüfen eine Teilung", bestätigt Sprecherin Alexandra Tryfoniuk. Das bedeutet, dass das Areal nun nicht mehr ausschließlich als gesamtes Paket samt Wald und Wiesen, sondern auch filetiert veräußert werden könnte. Damit käme man den Interessen potenzieller Käufer entgegen.

Das hatte sich etwa die Holding Graz schon vor einem Jahr gewünscht: Als Eigentümer des zivilen Flughafens nebenan sei der Teil mit Hangars und Rollbahnen interessant, aber nicht die Schulungs- und Bürogebäude oder die Waldflächen, ließ Vorstandschef Wolfgang Malik damals wissen.

99 Jahre lang wurde das Gelände militärisch genützt. Exakt vor einem Jahrhundert landete dort erstmals ein Flugzeug: Am 26. Juni 1914 kam eine Etrich-Taube dort an, ein Schul- und Aufklärungsflugzeug der k. und k. Armee. 1988 landete der erste Draken, bis 2008 waren Kampfjets dort stationiert. Seit dem Wechsel auf die Eurofighter und deren Stationierung im obersteirischen Zeltweg verlor der Fliegerhorst aber zunehmend an Bedeutung.

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