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Chronik Österreich
02/27/2020

Wiener Neustadt/Neudörfl: Gegner bremsen Ostumfahrung aus

Grüne fürchten negative Auswirkung des Projekts für Neudörfl und Umgebung. Jetzt wird auf das Urteil gewartet.

von Patrick Wammerl

Kaum ein Thema spaltet derzeit Wiener Neustadt und Umgebung so sehr in zwei Lager, wie der Bau der Ostumfahrung. Auch die Grünen im benachbarten Neudörfl haben das brisante Verkehrsthema für sich entdeckt. Sie fürchten, dass die Auswirkungen der Umfahrung für den Ortskern von Neudörfl nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Zum einen fürchten sie negative Auswirkungen durch Bau und Betrieb auf das Naherholungsgebiet Neudörfler See. Zum anderen einen Kollaps in der verkehrsberuhigten 30er-Zone der Neudörfler Hauptstraße – die Zubringerroute zur Umfahrung.

Beschwerde gegen Projekt

Die Bürgerinitiativen haben jedenfalls gegen den positiven Baubescheid des 32 Millionen Euro teuren Projekts Beschwerde eingebracht. Der erfolgreiche Einspruch bringt den Bauzeitplan gehörig ins Wanken. Zumindest so lange, bis das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil gesprochen hat. Am 27. und 28. Jänner hat sich das Gericht mit der Umfahrung befasst, seither wartet man auf das Ergebnis der Verhandlung. Unklar ist, ob die Beschwerden aufschiebende Wirkung haben und der geplante Baustart im heurigen Jahr erfolgen kann.

Einen Großteil der Bevölkerung im Osten der 45.000-Einwohner-Stadt treiben die Einwände gegen die 4,8 Kilometer lange Trasse jedenfalls die Zornesröte ins Gesicht. Sie orten Umweltpolitik auf Kosten der lärm- und staugeplagten Anrainer. Laut Gerhard Fichtinger von der nö. Straßenbauabteilung bringt das Projekt eine 20-prozentige Verkehrsentlastung in Wr. Neustadt und 40 Prozent für Lichtenwörth. „Daran sei nicht zu rütteln“, so der Experte.