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Chronik Österreich
03/25/2019

Wien: "Mobbing-Lehrerin" nach Elternprotesten suspendiert

Die Suspendierung der Lehrerin ist ein Erfolg für jene Eltern und Schüler, die seit Jahren gegen die Lehrerin protestieren.

von Ute Brühl

Generationen von Schülern und Eltern haben sich beim Stadtschulrat über eine Lehrerin in Wien-Währing beklagt. Dennoch geschah jahrelang nichts. Bis jetzt. Die Mathematik-Professorin wurde vorläufig vom Dienst suspendiert. Die Liste der Verfehlungen ist lang: Ihr wurde besonders vorgeworfen, dass sie Schüler psychisch so massiv unter Druck gesetzt hat, dass manche zum Psychologen gehen mussten.

Der KURIER berichtete bereits im September 2010 über den Fall. Doch passiert ist wenig. Die offizielle Begründung aus dem Stadtschulrat, der jetzt Bildungsdirektion heißt, war: Es gibt zu wenig Anhaltspunkte. Dass es Probleme mit der Lehrerin gab, war sogar bereits bis zum Bildungsministerium durchgedrungen.

Lehrerin klagte Eltern

Jetzt hat ein Vater das gemacht, was eigentlich Aufgabe der Schulaufsicht wäre. Er hat die Fakten gesammelt, die nötig sind, um der Mathematikprofessorin Dienstverfehlungen nachzuweisen. In einem 16-seitigen Dossier hat er die Verfehlungen aufgelistet. Bisherige Proteste scheiterten auch daran, dass die Lehrerin die Eltern verklagte. Für viele war das zu mühsam. Statt sich auf einen langen Prozess einzulassen, schauten sie sich lieber nach einem anderen Schulplatz für ihre Kinder um.

Anders Armin Kaltenegger. Was er ihr vorwirft? „Diese Lehrerin hat sich immer eine Klasse ausgewählt, in der sie besonders willkürlich und streng vorgegangen ist. Sie hat psychischen Druck ausgeübt und hat einzelnen Schülern, aber auch Gruppen schon zu Beginn des Schuljahres gesagt, dass sie durchfallen werden. Eine solche fatalistische Prognose setzt bei den Kindern einen Negativkreislauf in Gang.“

Bei einer Nachschularbeit hätten von 28 Schülern 26 ein „Nicht genügend“ gehabt. „So haben sich in der Oberstufe ganze Klassen aufgelöst– weil viele Schüler durchfielen und andere die Schule verließen. Deshalb gibt es heuer keine 7A – von der 6A blieb einfach niemand übrig.“ Eine Mutter bestätigt das: „Mein Sohn kam in der sechsten Klasse eines Tages nach Hause und hat gemeint, er sei für das Gymnasium nicht geeignet. Er hat dann die Schule gewechselt und dort auf die Mathe-Matura eine zwei bekommen.“

Kaltenegger: „Ihr Unterricht ist von Willkür und Ungerechtigkeit geprägt. Und es gibt eine spürbare Lust daran, dass das System Schule nicht funktioniert. Viele Schüler sagen, ,das ist kein Unterricht, sondern ein Überlebenskampf‘.“

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