© Privat/Martin Murer

Entwicklung
10/27/2019

Wie Werkstätten weiblicher werden sollen

Verena Fuchsberger-Staufer, erste Preisträgerin des Hedy-Lamarr-Preises, bringt Frauen zur Technik

von Anna-Maria Bauer

Typisches Bild in einer Hightech-Werkstätte: Junge Männer stecken ihre Köpfe über Computern zusammen, basteln mit 3-D-Druckern, mit Laser Cuttern, mit Schneideplottern. Durchschnittlich kommt eine Frau auf drei Männer, manchmal auf vier. Aber warum ist das eigentlich so? Was hält schon junge Mädchen ab? Welche unsichtbaren Barrieren gibt es?

Dieser Frage geht Verena Fuchsberger-Staufer in ihrem neuen Projekt über „Female* Engagement in Making“ (sinngemäß: Weibliches Engagement beim Tüfteln) am Zentrum für Mensch-Maschine-Interaktion (Centre for Human Computer Interaction) in Salzburg nach. Gemeinsam mit der offenen Werkstätte "Happy Lab".

Denn die Geschlechteraufteilung beim technischen Tüfteln und Basteln müsste nicht so sein, ist die 36-jährige Wissenschafterin überzeugt.

Informatik trifft Soziales

Vergangenes Jahr ist sie jedenfalls für ihre Forschung – soziale Aspekte mit Informatik zu verknüpfen – als Erste mit dem Hedy-Lamarr-Preis der Stadt Wien ausgezeichnet worden.

Die österreichisch-amerikanischen Filmschauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr hat während des Zweiten Weltkriegs jene Technologie maßgeblich entwickelt, die als Vorläuferin der Bluetooth- und WLAN-Technologie angesehen wird.

Die Stadt Wien möchte mit dem Preis Frauen aus der Informationstechnik sichtbar machen. Für Verena Fuchsberger-Staufer war der Preis natürlich eine unglaublich schöne Auszeichnung.

Sie darf heuer auch in der Jury sitzen; der nächste Preis wird am 5. November vergeben. Gleichzeitig, ergänzt sie, wäre es natürlich schön, wenn es keinen Preis für diese bestimmte Zielgruppe geben müsste. Weil es zeigt, wie viel Weg noch zu gehen ist.

Die gebürtige Oberösterreicherin ist selbst übrigens zufällig in die IT-Branche gerutscht. Sie hat Medienpädagogik und Psychologie studiert und ist am Institut für „Human Computer Interaction“ in Salzburg auf eine Dissertationsstelle aufmerksam geworden, die sich mit älteren Menschen und deren Umgang mit Technologie auseinandersetzte.

Eine Inspiration hat sie dennoch schon als Jugendliche bekommen, fällt ihr ein: „Meine Informatiklehrerin. Sie hat mir sehr imponiert. Das war Anfang der 90er doch noch eine fremde Welt.“

"Traditionelles Frauenbild"

Was ist ihre Erklärung, dass der Frauenanteil in der Technik weiter so gering ist? „Da spielen so viele Faktoren mit hinein“, sagt Verena Fuchsberger-Staufer. „Wir befinden uns noch in einem sehr traditionellen Weltbild. Das fängt bei der Kinderbetreuung an. Es ist noch immer selbstverständlich, dass die Frau in Karenz geht. Und es gibt zu wenig weibliche Vorbilder in dem Bereich.“

Das nehme man sich an ihrem Institut zu Herzen: Hier gebe es einen Frauenanteil von 50 Prozent.

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