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Chronik Österreich
01/08/2020

Wie viele Millionen die Polizeipferde wirklich kosteten

Die Kosten der Reiterstaffel liegen nun offiziell vor - detailliert bis zu Ausgaben für Reithelme und Futter.

von Elisabeth Holzer

Was Österreich über die (frühpensionierte) Reiterstaffel wissen wollte, liegt jetzt schriftlich vor. Etwa, was der Bund für das Futter der zwölf Wallache ausgab, 44.0000 Euro nämlich. Oder was ihre Ausrüstung kostete, von den Sätteln über das Zaumzeug bis zu den Gamaschen fielen 75.800 Euro an.

Diese Erkenntnisse ergeben sich aus zwei Beantwortungen parlamentarischer Anfragen, die die NEOS-Mandatarin Stefanie Krisper und ihr SPÖ-Kollege Reinhold Einwallner an den Innenminister einbrachten. Wolfgang Peschorn, Mitglied der Übergangsregierung, beantwortete sie noch vor der Ablöse durch seinen türkisen Nachfolger.

Mehr als zwei Millionen Euro

Demnach bestätigt die offizielle Abrechnung des durch Peschorn Ende November eingestellten Projektes jene Summen, die der KURIER schon vor geraumer Zeit berichtete, nämlich: Von 1. Juni 2018 bis 26. September 2019 kostete das unter dem damaligen FPÖ-Innenminister Herbert Kickl etablierte Prestigevorhaben insgesamt 2,345 Millionen Euro.

Rund 1,5 Millionen Euro entfallen auf die Personalkosten, doch diese wären auch angefallen, wären die zehn Polizisten der Reiterstaffel in anderen Dienstbereichen zugeteilt worden, betont Peschorn. Interessant ist jedoch die Aufstellung rund um die Kosten darüber hinaus. Rund 900.000 Euro kamen für den sogenannten "Sachkostenaufwand"  zusammen.

7.000 Euro für bayerisches Warmblut

Die Kosten fingen bei den Kaufpreisen für zehn Pferde an, zwei waren bekanntlich ein Geschenk Ungarns: Die acht- bis elfjährigen Wallache kosteten zwischen jeweils 7.000 und 13.500 Euro, am günstigsten war ein braunes bayerisches Warmblut, am teuersten ein dunkelbrauner Oldenburger. Insgesamt kosteten die Tiere somit 116.100 Euro in der Anschaffung. Für die Ausrüstung der Beamten (Reithelme, Reithosen, Reitstiefel...) wurden 86.300 Euro aufgewendet.

Doch wer auch nur ein Pferd hält weiß: Die laufenden Ausgaben summieren sich. Bei gleich zwölf Polizeipferden waren das 90.000 Euro an Haltungskosten, davon eben 44.000 Euro für Futter.

Die Stallungen auf dem Gelände der Militärakademie (Milak) sind jedoch nur gemietet, das kostet pro Monat 5.100 Euro. Die monatlichen Fixkosten für Versorgung und Fuhrpark betragen weitere 16.000 Euro.

Doch Peschorn hat die Reiterstaffel eingestellt, den Probebetrieb abgedreht. Während die Polizisten bereits anderen Dienststellen zugeteilt wurden, stehen die Ex-Polizeipferde noch im Stall der Militärakademie. Die Generaldirektion für öffentliche Sicherheit muss nun die "weitere Vorgehensweise zur Veräußerung der Pferde sowie der anderen Wirtschaftsgüter" festlegen, schreibt Peschorn in seiner Antwort an die Abgeordneten. Die Milak bekundete bereits ihr Interesse an den gut ausgebildeten Tieren wie auch andere europäische polizeiliche Reiterstaffeln.

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