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Chronik Österreich
10/18/2019

"Wie die Piefkesaga": Kritik an Schneeband im Herbst reißt nicht ab

Der WWF vermisst "Respekt vor der Natur". Die Tiroler Grünen sehen "die Piefkesaga in die Realität umgesetzt".

von Christian Willim

Am frühen Freitagnachmittag zeigt das Thermometer auf der Resterhöhe in den Kitzbühler Alpen - oberhalb von Mittersill -  bei strahlendem Sonnenschein spätherbstliche 12 Grad an. Die Webcam der Kitzbüheler Bergbahnen schwenkt über braun-grüne Berghänge. Anders als noch 2017 wird von der Panoramakamera jedoch das einmal mehr ausgerollte weiße Pistenband ausgespart.

Das soll am Samstag einen Frühstart in die Wintersaison ermöglichen. An dem halten die Liftbetreiber trotz aller Kritik eisern fest. Die Bahn auf die Resterhöhe wurde dieses Mal jedoch für die Dauer der Pistenarbeiten gesperrt. Es scheint, als wollte man die Kritiker nicht auch noch auf den Berg transportieren.

Neue Bilder vom Schneeband

WWF und Tiroler Grüne lieferten am Freitag neue Bilder von einem Lokalaugenschein am Donnerstag. „Die Fotos vom Saisonstart zeigen eindrücklich, dass der Respekt vor der Natur im Wintertourismus immer weiter verloren geht", kommentierte Josef Schrank, Landschaftsökologe vom WWF, das Szenario.

WWF-Kritik an weißem Schneeband auf der Resterhöhe

WWF-Kritik an weißem Schneeband auf der Resterhöhe

WWF-Kritik an weißem Schneeband auf der Resterhöhe

WWF-Kritik an weißem Schneeband auf der Resterhöhe

SALZBURG: BEGINN DER SKISAISON AUF DER RESTERHÖHE IN MITTERSILL (PINZGAU)

SALZBURG: BEGINN DER SKISAISON AUF DER RESTERHÖHE IN MITTERSILL (PINZGAU)

SALZBURG: BEGINN DER SKISAISON AUF DER RESTERHÖHE IN MITTERSILL (PINZGAU)

Auf massive Kritik stößt der frühe Saisonstart einmal mehr bei den Tiroler Grünen. „Wenn du dort mit der kurzen Hose stehst, neben dir Wanderer vorbeigehen und du dieses aufgehäufte weiße Elend siehst, das zu einem Pistenschlauch zusammengekratzt wurde, dann ist die Piefkesaga in die Realität umgesetzt“, empörten sich der Grüen Tourismussprecher Georg Kaltschmid und Klubobmann Gebi Mair am Freitag in einer Aussendung.

In Zeiten der Klimakrise sei es nur mehr grotesk, was die Kitzbühler Bergbahnen aufführen. Es handle sich um Skitourismus mit der Brechstange, wie ihn Tirol weder brauche noch notwendig habe, ärgerten sich die beiden Grünen.

„Wir pumpen Millionen in die Werbung der Tiroler Naturschönheit und dann bekommen Menschen aus aller Welt solche Bilder zu sehen. Das macht so ziemlich alles kaputt“, erklärte Kaltschmid.

Machtwort gefordert

Der Grüne Naturschutzsprecher Gebi Mair meinte, „wer hier die Augen verschließt, der verschließt die Augen vor der Klimakrise. Es muss endlich ein Machtwort an die Seilbahner gerichtet werden, dass so ein Verhalten nicht länger geduldet wird“.

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