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© Heinz Wagner

Chronik Österreich
02/14/2021

Weniger Lehrer-Überstunden durch Homeschooling

Im Schuljahr 2019/2020 wurden mehr als 200.000 Überstunden weniger geleistet als im Vorjahr. Das spart Millionen und zeigt ein Problem auf.

Das Distance Learning im Frühjahr hat auch zu einem Rückgang der Lehrer-Überstunden geführt. Insgesamt wurden im Schuljahr 2019/20 von den Pädagogen rund 220.000 Überstunden weniger geleistet als im Jahr davor, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Neos.

Insgesamt wurden so knapp 15 Mio. Euro eingespart.

Von 18. März bis Mitte Mai (Oberstufen bis 2. Juni) waren die Schulen abgesehen von Betreuungsangeboten geschlossen. Dadurch fielen vor allem Freigegenstände und Unverbindliche Übungen bzw. ab Mitte Mai Turnstunden weg. Umgekehrt musste (parallel zum Distance Learning) zusätzlich Betreuung an den Schulen angeboten und Angehörige der Risikogruppe, die nicht vom Home Office arbeiten konnten, ersetzt werden. Insgesamt ergaben sich so an allen Schulen zusammen rund 260.000 Überstunden weniger (bei einer Gesamtzahl von 4,8 Mio. Überstunden).

Das brachte Einsparungen von etwa 13 Mio. Euro, dazu kommen rund eine Mio. Euro weniger für Supplierungen.

Zu wenig Lehrer

Dafür wurde ausnahmsweise auch im Sommer unterrichtet: Für die Sommerschule in den letzten beiden Ferienwochen fielen rund 40.000 zusätzliche Lehrer-Überstunden an. Ausgezahlt wurden diese allerdings erst im laufenden Schuljahr.

Für Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre zeigt die nach wie vor hohe Zahl an Überstunden "aufs Neue, dass wir zu wenig Lehrkräfte haben". "Dabei sollte dieser Beruf attraktiver gemacht werden", meinte sie gegenüber der APA. Auch die Möglichkeit des Um- und Quereinstiegs sei nach wie vor zu unattraktiv.

Von der Regierung fordert sie "entschlossene und vor allem auch nachhaltige Maßnahmen" zur Abfederung von Langzeitfolgen von Schul-Lockdowns und Distance Learning: "Die Zahlen zeigen, dass im letzten Sommersemester wenig bis keine Angebote zum Aufholen von Lernrückständen gemacht wurden." Die für heuer vorgesehenen 200 Mio. Euro würden dafür wohl zu wenig sein.

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