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Chronik Österreich
08/25/2021

Weniger Führerscheine, aber mehr A-Scheine im Corona-Jahr 2020

Insgesamt handelt es sich bei der Zahl der ausgestellten Lenkerberechtigungen um den tiefsten Wert in den vergangenen acht Jahren.

Im Coronajahr 2020 haben die Österreicher die wenigsten Führerscheinprüfungen der vergangenen acht Jahre gemacht. Mit 142.103 Führerscheinen wurden im Jahr 2020 um sechs Prozent weniger als 2019 (151.477) ausgestellt. Mit den Führerscheinen wurden laut Statistik Austria 157.246 Lenkberechtigungen für unterschiedliche Kraftfahrzeuge erworben, um 13.430 (acht Prozent) weniger als 2019 (170.676). Ein Plus von neun Prozent gab es bei Motorrädern sowie L17-Scheinen (zwei Prozent).

Insbesondere während der Lockdowns von März bis Mai sowie im Dezember 2020 fielen die Rückgänge hoch aus. Im April wurde - mit einem Minus von 95 Prozent - das Rekordtief von lediglich 888 ausgestellten Lenkberechtigungen erreicht (April 2019: 16.808). Die Fahrschulen waren damals aber großteils geschlossen. Auch in den Monaten März (minus 35 Prozent), Mai (minus 48 Prozent) und Dezember (minus 31 Prozent) wurden deutlich weniger Lenkberechtigungen ausgestellt. Demgegenüber stieg ihre Zahl im Zeitraum von Juni bis Oktober 2020 im Vergleich zu 2019 deutlich an (im Durchschnitt um plus 23 Prozent).

Plus bei Motorrad-Führerscheinen

Die Zahl der „A-Scheine“, also der Erteilungen der A-Klassen (Motorrad: A, A1, A2), stieg im Jahr 2020 mit einem Plus von neun Prozent im Vergleich zu 2019 deutlich an: Mit 19.392 ausgestellten Lenkberechtigungen für die A-Klassen wurde der höchste Wert der vergangenen acht Jahre erreicht (2019: 17.844). Eine Zunahme wurde in nahezu allen Monaten beobachtet, ausgenommen während des ersten coronabedingten Lockdowns von März bis Mai sowie im Dezember.

Während des zweiten Lockdowns im November stieg die Anzahl sogar um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Im Gegensatz dazu war 2020 bei fast allen anderen Lenkberechtigungsklassen ein Rückgang zu verzeichnen. Besonders stark betroffen waren die F-Klasse (Zugmaschine; minus 27 Prozent), C-Klasse (Lkw inkl. Anhänger; minus 23 Prozent), BE-Klasse (Pkw-Anhänger; minus 20 Prozent) und D-Klasse (Omnibus inkl. Anhänger; minus 15 Prozent).

L17-Trend hält an

Auch die Pkw-Lenkberechtigungen (B-Klasse) gingen 2020 deutlich zurück. 76.800 Personen haben die B-Klasse erworben, das sind 5.143 Erteilungen weniger bzw. minus sechs Prozent im Vergleich zu 2019 (81.943). Während der Rückgang in der regulären B-Klasse (ab 18 Jahre) mit minus zehn Prozent noch höher ausfiel, nahm die Zahl der L17-Führerscheine sogar um zwei Prozent zu. Generell setzte sich somit der Trend zur zunehmenden Wahl des L17-Führerscheins fort. So erwarben im Jahr 2020 bereits 35 Prozent und somit mehr als ein Drittel die B-Klasse in Form eines L17-Führerscheins, 2019 waren es noch 32 Prozent, vor zehn Jahren nur ein Viertel.

Der Anteil des L17 an der B-Klasse variierte jedoch sehr stark zwischen den Bundesländern. Im Burgenland erwarben 2020 schon mehr als die Hälfte (54 Prozent) die B-Klasse in Rahmen eines L17, dahinter folgten Niederösterreich (48 Prozent) und Kärnten (44 Prozent). In Wien lag der Anteil hingegen nur bei zwölf und in Vorarlberg bei 16 Prozent.

Generell werden Personen, welche die B-Klasse regulär erwerben, zunehmend älter. Das Durchschnittsalter lag 2020 bei 21,5 Jahren, vor zehn Jahren betrug es laut Statistik Austria noch 20,2 Jahre. Auch hier verzeichneten die Bundesländer große Unterschiede. So betrug 2020 das Durchschnittsalter in Vorarlberg 20,3 Jahre, im Burgenland und in Tirol 20,5 Jahre und lag in Wien mit 24,1 Jahren mit Abstand am höchsten.

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