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Chronik Österreich
01/22/2022

Weißes Wochenende: Schneefall in ganz Österreich

Neuschnee in ganz Österreich seit den Nachtstunden. Auch Sonntag starker Schneefall prognostiziert.

von Kevin Kada

In der Nacht auf Samstag hat es an der Alpennordseite wieder stärker zu schneien begonnen. "Der Samstag selber verläuft hier tief winterlich und vor allem vom Tiroler Unterland bis in die Obersteiermark und zum Alpenostrand schneit es verbreitet und häufig kräftig“, prognostiziert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. 

Im Osten und Südosten ziehen nur Schneeschauer durch, ehe in der Nacht auf Sonntag auch hier phasenweise Schneefall einsetzt. In Osttirol und Kärnten bleibt es oft trocken. Die Schneefallgrenze steigt im westlichen Donauraum langsam von tiefen Lagen gegen 300 bis 400 m an.

In Niederösterreich ist die Lawinengefahr am Samstag in höheren Lagen als erheblich bewertet worden. Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala galt laut Warndienst in den Ybbstaler Alpen, dem Gippel-Göllergebiet und für die Rax-Schneeberggruppe jeweils oberhalb von 1.200 Metern. In den Türnitzer Alpen bestand ab dieser Seehöhe mäßiges Risiko (Stufe 2).

"Durch den Neuschnee und überaus stürmischen Wind bilden sich frische Verfrachtungen", wurde betont. In den mit Stufe 3 bewerteten Gebieten könne eine Schneebrettauslösung "bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers erfolgen".

Generell lagen die Neuschneemengen nach Angaben des Landespressedienstes am Samstagvormittag im Most- und Waldviertel bei zwölf bis 50 Zentimetern. Mit Verwehungen sei abschnittsweise zu rechnen. Die erforderlichen Räum- und Streueinsätze seien überall im Gange, hieß es. Für Schwerfahrzeuge galt in mehreren Bereichen Kettenpflicht.

Staus und starke Schneefälle

Auch der ÖAMTC warnt vor winterlichen Fahrbahnbedingungen vor allem in Kärnten und Salzburg. Hängengebliebene Lkw dominieren auf der Tauern Autobahn (A10) zwischen Pass Lueg und Pongau die Verkehrssituation, so der ÖAMTC. Laut den Verkehrsexperten staut es vor Tunnelportalen immer mehr. Auch im Bereich Flachauwinkel bis Rennweg müssen Autofahrer mit winterlichen Fahrbahnbedingungen rechnen.

Am Sonntag schneit es vom Tiroler Unterland bis in die Voralpen Niederösterreichs zunächst häufig, vom Wiener Becken bis ins Burgenland sowie im Donauraum fällt zunehmend nasser Schnee oder Schneeregen. Die Intensität lässt jedoch generell bereits nach, am ehesten muss man vom Mariazellerland bis zum Wienerwald noch mit anhaltendem Schneefall rechnen. Ganz im Westen sowie im Süden bleibt es meist trocken.

Höchste Warnstufe erwartet

Das markante Schneefallereignis beginnt in der Nacht auf Samstag und hält in Summe bis in die Nacht auf Montag an, Schwerpunkt ist jedoch der Zeitraum bis Sonntagmorgen. „Besonders betroffen werden die Regionen von den Kitzbüheler Alpen über das Salzkammergut bis zum Mariazellerland und zum Semmeringpass sein - hier sind binnen 24 bis 36 Stunden verbreitet 30 bis 50 cm, in exponierten Lagen ab etwa 1000 m auch bis zu einem Meter Neuschnee zu erwarten“, so Spatzierer.

Die Experten der Österreichischen Unwetterzentrale machen sich bereits Gedanken zum Warnmanagement und beabsichtigen zu gegebener Zeit in einem Streifen entlang der östlichen Nordalpen Warnungen in der höchsten Warnstufe auszugeben.

Vergleichbare Schneemengen innerhalb von 24 bis 36 Stunden gibt es in dieser Region etwa alle zwei bis drei Jahre, zuletzt schneite es im Jänner 2019 ähnlich kräftig.

Die Schneemengen in ganz tiefen Lagen wie dem Unterinntal oder dem Flachgau, aber auch in den Voralpen Ober- und Niederösterreichs sowie entlang der Mürz fallen geringer aus, hier sind zwischen zehn und 20 cm Nassschnee in Sicht. Im östlichen Flachland inklusive Wien ist die Entwicklung noch mit Unsicherheiten behaftet, sie hängt von der genauen Lage der Luftmassengrenze ab.

Nach neuestem Modellstand kann es aber zum Einen in der Nacht auf Samstag anzuckern. „Zum Anderen deutet sich in der Nacht auf Sonntag auch hier sowie im Südosten Österreichs eine dünne Schneedecke mit etwa zwei bis fünf cm Höhe an“, prognostiziert Spatzierer.

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