200 Tonnen Traubenkerne werden pro Jahr getrocknet. Die Traubenkernprodukte findet man  in ausgewählten Läden

© Altmann Spezialöle

Chronik Österreich
05/15/2020

Weinviertel: Vom Traubenkern zum Speiseöl

Gerda Altmann aus Retz presst Traubenkerne zu feinstem Speiseöl und exportiert nach ganz Europa.

von Caroline Ferstl

Wein aus Trauben kann ja jeder. Gerda Altmann macht lieber Öl daraus. „Vor zwölf Jahren sind wir über einen Nachbarn, der mit Weintrauben handelt, auf die Idee gekommen, den Trester, also das Abfallprodukt, zu verwerten“, erinnert sich die 58-Jährige. Heute werden ihre Produkte in ganz Europa nachgefragt, von Deutschland über Frankreich, der Schweiz und Belgien bis zu den Niederlanden.

200 Tonnen Traubenkerne gewinnt die Firma Altmann pro Jahr, die Hälfte davon wird zu feinstem Speiseöl gepresst. Für die Verarbeitung der Traubenkerne musste man die Spezialmaschinen allerdings erst selber entwickeln – auf dem Markt gab es nichts Passendes.

Die aktuelle Trocken- und Siebmaschine hat der Sohn, der auf der HTL Maschinenbau studiert hat, entworfen. Inzwischen ist man mit dieser Technologie führend in Österreich.

Vielseitige Verwendung

Wie beim Wein gibt es die Traubenkernöle in weiß und rot. Beide werden kalt gepresst, haben einen milden nussigen Geschmack und eignen sich zum Verfeinern von Salat, aber auch zum Braten: Der Rauchpunkt liegt mit 220 Grad über dem von Olivenöl. Gesund ist das Traubenkernöl außerdem: Es weist einen hohen Anteil an OPC auf. Das Antioxidans stärkt die Widerstandskraft der Kapillargefäße, schützt vor Herz-, Kreislauf- und Gefäßproblemen und hilft bei Gelenksschmerzen.

Doch das Traubenkernöl kommt nicht nur auf den Esstisch: „Einige unserer Kunden sind Masseure und schwören auf unser Öl. Man kann es auch ins Badewasser geben, das haben schon die alten Ägypter gemacht“, berichtet Altmann.

Auch Mehl, Granulate als Nahrungsergänzungsmittel für Tiere und Traubenkernkissen werden aus den Kernen hergestellt – letztere stehen den bekannten Kirschkernkissen in nichts nach, im Gegenteil: Da die Traubenkerne innen nicht hohl sind, speichern sie die Wärme sogar länger als Kirschkerne.

Bis vor Kurzem war Altmann hauptberuflich in einer Maschinenbaufirma tätig und hat das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann nebenbei aufgezogen. Nun will sie sich ganz auf ihren Familienbetrieb konzentrieren: „Wir machen da was ganz Besonderes, darauf will ich meine ganze Energie richten.“

www.traubenkerne.at

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