Chronik | Österreich
07.03.2018

Vorstoß: Spitalsmitarbeiter sollen künftig nur noch in ihrer Freizeit rauchen dürfen

Der Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK) will, dass Mitarbeiter bei Rauchpausen ausstempeln.

Geht es nach dem Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK), Paul Sungler, dürfen die mehr als 6300 Mitarbeiter an den fünf Standorten im Lungau, im Pongau, im Tennengau und in der Stadt Salzburg künftig nur noch in ihrer Freizeit rauchen. Demnach sollen die Betroffenen ausstempeln, wenn sie eine Rauchpause einlegen, meinte Sungler am Mittwoch im "Journal um acht" auf Ö1. "Diejenigen, die nicht rauchen, sitzen und arbeiten. Wie kommen die dazu?", fragte sich Sungler in der Radiosendung.

Die Rechnung hat der SALK-Geschäftsführer allerdings ohne den Betriebsrat gemacht: Markus Pitterka, der rund 4000 Mitarbeiter am Landeskrankenhaus und in der Christian-Doppler-Klinik vertritt, will die Forderung Sunglers nicht mittragen. "So etwas regt mich auf", meinte Pitterka gegenüber Ö1. Weil Raucher gegen Nichtraucher ausgespielt würden, sehe er im Unternehmen gar den "sozialen Frieden gefährdet", sagte der Betriebsrat.

"Kein Politikum"

Im Büro von Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP), der sich in den vergangenen Wochen für das generelle Rauchverbot in der Gastronomie stark gemacht hat, legt man auf Anfrage großen Wert darauf, dass der Vorstoß Sunglers dessen eigene Entscheidung war und dass es sich um "kein Politikum" handle. "Dieses Thema ist eine interne Angelegenheit der Salzburger Landeskliniken, die die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat verhandeln und regeln müsste, weil es dazu ja eine Betriebsvereinbarung braucht", teilte Stöckl mit. In der Landesverwaltung will man den SALK-Geschäftsführer offenbar nicht als Vorbild heranziehen: "Es ist nicht daran gedacht, diese Thematik auf die Hoheitsverwaltung im Land oder andere Betriebe, an denen das Land beteiligt ist, auszuweiten", sagte Stöckl.