Zwischen Zederhaus und St. Michael im Lungau wird eine Einhausung für die Tauernautobahn gebaut. Die Gemeinde Zederhaus hat jahrelang für den Lärmschutz gekämpft, Staus nehmen die Anwohner in Kauf.

© KURIER/Walter Schweinöster

Tauernautobahn
10/11/2014

"Viele kleine Baustellen sind nervig"

Salzburger Verkehrslandesrat fordert bessere Abstimmung zwischen Stadt, Land und Asfinag.

von Raffaela Lindorfer, Thomas Martinz

Die Wiener Autofahrer ärgerten sich im Sommer über die Baustellen an der Westeinfahrt und der Gürtelbrücke, über den damit einhergehenden Stop-and-go-Verkehr und die Staus. Wen es in den Westen Österreichs zog, dem erging es nicht besser: Seit dem Frühjahr gab es auf der Westautobahn (A1) rund um die Stadt Salzburg und auf der Tauernautobahn (A10) "so viele Baustellen wie noch nie", sagt ÖAMTC-Sprecherin Aloisia Gurtner. Sie sieht Optimierungsbedarf: "Problematisch ist, dass es auf den Autobahnen und gleichzeitig an den Hauptverkehrsadern in die Stadt hinein zu Behinderungen kommt. Das verstopft das Verkehrsnetz bis in die Kapillaren."

Auf der Tauernautobahn wird bis 2017 eine Einhausung bei Zederhaus (Lungau) gebaut, in Werfen, Hüttau und Flachauwinkl (Pongau) werden bis Anfang Dezember Brücken saniert und Lärmschutzwände errichtet. An der Westautobahn zwischen Salzburg-Nord und dem Walserberg muss wegen Fahrbahnsanierungen auf 80 km/h gebremst werden. Gleichzeitig wird an der Innsbrucker und der Münchner Bundesstraße in der Stadt gearbeitet. "Es ist ein dichtes Programm, aber ohne Alternative, weil es der Verkehrssicherheit dient", erklärt Herbert Mösenbichler, Salzburger Gruppenleiter des Asfinag-Baumanagements.

Das Baustellen-Chaos bereitet auch dem Verkehrslandesrat von Salzburg, Hans Mayr (Team Stronach) Kopfzerbrechen – nicht nur, weil er selbst täglich auf der Tauernautobahn unterwegs ist. "Die vielen kleinen Baustellen sind einfach nervig. Das gehört von Grund auf neu organisiert. Dafür übernehme ich die Verantwortung", sagt er. Im Jänner holt er Vertreter des Landes, der Stadt und der Asfinag an einen runden Tisch. Die Baustellen im Jahr 2015 sollen gemeinsam geplant werden.

Lange Bauzeiten

In Kärnten sorgt derzeit die A10-Dauerbaustelle beim Knoten SpittalMillstätter See für Ärger. Allerdings weniger die Tatsachen, dass sich in beiden Fahrtrichtungen kleinere Staus ergeben oder dass die Abfahrt Seeboden gesperrt ist. "Es tritt vermehrt die Unsitte auf, dass Baustellen künstlich in die Länge gezogen werden, aber andererseits kaum Arbeiter gesichtet werden", sagt Thomas Jank Geschäftsführer des ARBÖ Kärnten und Steiermark.

"Auch uns erreichen immer wieder Anrufe von Kunden weil keine sichtbaren Arbeiten durchgeführt werden", bestätigt Hildegard Steiner, Pressesprecher vom ÖAMTC Kärnten.

Die Asfinag teilt in einer Stellungnahme mit, dass bei der Baustelle beim Knoten Spittal sogenannte "Fahrbahnübergangskonstruktionen" auf Brücken kontrolliert bzw. erneuert werden. "Das betrifft elf Brücken sowie Rampen bei Auf- und Abfahrten. Da wird betoniert, der Beton muss austrocknen und somit kann es schon vorkommen, dass man an den betroffenen Stellen kaum Arbeiter sieht", heißt es.

Die Baustelle wird übrigens noch bis 21. November für Verkehrsbehinderungen sorgen.

Aktuell fünf Baustellen

Asfinag: Fünf Baustellen betreibt die Asfinag aktuell auf der Tauernautobahn (A10): Bei Werfen wird eine Brücke erstmals seit 40 Jahren saniert. Ebenso bei Hüttau und Flachauwinkl, dort wird außerdem Lärmschutz gebaut. Bei Eben im Pongau sind auf etwa drei Kilometern in Richtung Villach zwei Fahrstreifen gesperrt. Die Arbeiten dürften bis Anfang Dezember dauern. Die Brückensanierung beim Knoten Lieserhofen in Kärnten läuft nur noch bis 31. Oktober.

Das Großprojekt der Asfinag bei Zederhaus dürfte 2017 abgeschlossen sein: Zwischen Zederhaus und St. Michael im Lungau wird eine Einhausung zum Lärmschutz gebaut. Zwei Fahrstreifen sind im Regelfall immer frei, trotzdem kam es im Reiseverkehr im Sommer immer wieder zu Staus.

Nähere Infos: www.asfinag.at/baustelleninfo

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