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Chronik Österreich
10/05/2021

Mangel an Pflegekräften: "Man muss von einem Notstand sprechen"

Der Mangel an Pflegekräften führt zu freien Betten in Heimen, und das obwohl dringender Bedarf an Heimplätzen vorhanden wäre.

Die Pflegesituation spitzt sich in Österreich weiter zu, Menschen werden zunehmend älter, Pflegekräfte fehlen an allen Ecken und Enden. Seit Jahren befürchten Experten, dass es in Österreich zu einem Pflegenotstand kommen wird. Durch die Coronakrise sei dieser schon längst eingetreten, sagen nun Vertreter von Pflegheimen und Sozialhilfeverbänden im Ö1 Morgenjournal

Mangel in der Steiermark besonders hoch

Besonders groß ist der Mangel an Personal laut dem Ö1 Bericht in der Steiermark. Es wir von einem Fall berichtet, bei dem ein 88-Jähriger seit über zwei Monaten einen Pflegeheimplatz sucht. Im ganzen Bezirk sei jedoch kein Platz frei. Es gäbe zwar freie Betten, jedoch kein Personal. 

Dabei handle es sich um ein überregionales Problem. Laut Sozialhilfeverbandsobmann Gerhard Meier habe es bereits vor der Coronakrise Pflegeheime gegeben, die kein Personal fanden. "Durch Corona hat sich das ganz exorbitant verstärkt. Das hängt glaube ich hängt ganz stark damit zusammen, dass das Personal körperlich und psychisch gefordert ist", sagt Meier. Es hätten sich sehr viele Mitarbeiter aus dem Pflegebereich zurückgezogen. 

17 Prozent der verfügbaren Betten sind laut Pflegeabteilung des Landes nicht belegt. Die Presse hatte kürzlich von 640 offenen Stellen in der Pflege berichtet. 

Österreichweites Problem 

Freie Betten durch Mangel an Pflegeassistenten seien laut Markus Mattersberger, Präsident des Heim-Dachverbandes, ein österreichweites Problem. Es gäbe in fast allen Bundesländern leerstehende Pflegeeinrichtungen, weil das Betreuungspersonal fehlt. "Insofern muss man schon von einem Notstand sprechen", sagt Mattersberger. 

Fünftel der Pflegekräfte denke ans Aufhören 

Auch Belegschaftsvertreter warnen laut einem Bericht von wien.orf.at, dass vier von fünf Krankenpfleger unter der psychischen Belastung ihrer Arbeit leiden. Ein Fünftel denke ans aufhören. 

Die Arbeit ist körperlich und psychisch anstrengend. Laut Personalvertretung denken beispielsweise auf der Kinder-Covid-Station in der Klinik Ottakring 20 Prozent ans Aufhören, wie der ORF berichtet.

Laut Personalvertreter hätte sich die Zahl der unbesetzten Pflegestellen in der Pandemie verdoppelt. 

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