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Chronik Österreich
08/31/2020

Unwetter zum Sommerabschied forderten drei Todesopfer

Heftiges Gewitter im Burgenland riss Eiche um, die auf Kleinbus stürzte. Schwere Schäden auch in anderen Teilen Österreichs.

von Wolfgang Atzenhofer

Bedrohlich und unberechenbar, so zeigte sich das Wetter zum meteorologischen Sommerende am Sonntag in weiten Teilen Österreichs. Bereits am Samstagabend hatten heftige Gewitter im Südburgenland zu einer Katastrophe geführt und drei Todesopfer gefordert. Die Unwetter in mehreren Bundesländern bescherten zahlreichen Feuerwehrmitgliedern einmal mehr eine schlaflose Nacht.

Im südburgenländischen Bezirk Güssing fiel eine vom Sturm abgerissene Eiche auf einen Kleinbus. Dabei starben zwei Steirer und ein Burgenländer im Alter zwischen 60 und 70 Jahren. Vier weitere Personen, darunter ein elfjähriges Kind, kamen verletzt ins Spital.

Kiefer umgestürzt

Sonntagmittag stürzte in Überackern im Bezirk Braunau (OÖ) ebenfalls ein Baum auf ein Auto. Die 31-jährige Lenkerin blieb unverletzt, der 30-jährige Beifahrer wurde ins Spital gebracht. Ob die Kiefer witterungsbedingt umgestürzt war, ist unklar.

Die Gewitterfront, die von Freitag bis Sonntag in weiten Gebieten von Vorarlberg, Tirol und Kärnten niederging, hatte teils enorme Regenmengen gebracht. Am Kärntner Nassfeld wurden innerhalb von zwei Tagen an die 300 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, die Feuerwehren kamen am Wochenende nicht zur Ruhe.

Auch am Sonntag sorgten heftige Sturmböen und Starkregen immer wieder für entwurzelte Bäume und gekappte Stromleitungen. In Rothenthurn (Bezirk Spittal an der Drau) kam es zu einem dramatischen Zwischenfall, als eine 0,4 kV starke Strom-Hauszuleitung abriss und auf ein vorbeifahrendes Auto fiel. Im Wagen befanden sich ein 39-jähriger Vater mit seinen beiden Kindern. Alle drei Insassen blieben unverletzt. Zum Zeitpunkt der Berührung mit dem Pkw soll das Leitungskabel schon stromlos gewesen sein. Entlang der Drau wurden vorsorglich die Pegel der Stauseen gesenkt.

In Tirol mussten die Feuerwehren kleinere Einsätze bewältigen. Im Zillertal wurde Sonntagfrüh bei Brandberg Alarm gegeben. Beim Kraftwerk Häusling in Zillergrund dürfte der anhaltende Regen einen Felssturz ausgelöst haben. Ein tonnenschwerer Brocken donnerte zu Tal, übersprang einen Bach und zerstörte die Hütte einer Materialseilbahn. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Wie in der Steiermark und im Burgenland waren Samstagnacht die niederösterreichischen Feuerwehren im Bezirk Neunkirchen gefordert. Zu Vermurungen und Überschwemmungen kam es in den Orten Kirchberg/Wechsel, St. Corona und Feistritz. Dort bedrohte ein Rutschhang sogar ein Wohnhaus.

Am Sonntag gingen vor alllem im Westen und Süden Österreichs weitere heftige Gewitter nieder. In Vorarlberg und Kärnten mussten Landesstraßen gesperrt werden, 2.000 Haushalte waren ohne Strom. Noch dramatischer war die Situation in Südtirol, wo aufgrund der Wassermassen neben einigen Bahnlinien sogar die Brennerautobahn bei Bozen in beide Richtungen gesperrt werden musste.

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