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Umfrage
08/08/2020

Umfrage: Überraschend hohes Sicherheitsgefühl trotz Corona

Hervorragende Noten für den Einsatz der Polizei während der Covid-19-Krise. Auch die Werte des Innenministeriums und von Ressortchef Karl Nehammer steigen deshalb.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat offenbar keine negative Auswirkung auf das allgemeine Sicherheitsgefühl in Österreich, ganz im Gegenteil: Mehr als 97 Prozent der Bevölkerung geben in einer Umfrage (im Auftrag des BMI durch MAKAM-Research, 1511 Befragte) an, sich in ihrer unmittelbaren Wohn-Umgebung sicher zu fühlen. Fast identische Werte gibt es viele Sicherheitsgefühl im ganzen Land.

Das ist ein neuer Rekordwert und wohl sehr ungewöhnlich mitten in der Wohlstand der wohl größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.

Professionelles Agieren

Gleichzeitig mit dem erhöhten Sicherheitsgefühl steigt auch das Vertrauen in die heimische Exekutive. 78 Prozent meinen, dass die Polizei während der vergangenen Monate angemessen oder sehr angemessen gehandelt hat. Sogar 80 Prozent geben an, dass die Exekutive aktuell professionell agiert.

Das ist auch insofern ungewöhnlich, da in den vergangenen Monaten mehrere Vorwürfe von Polizeigewalt aufgetaucht sind. Offenbar unterscheidet die Bevölkerung zwischen einzelnen schwarzen Schafen in der Exekutive und dem allgemeinen Bild der Polizei.

Interessant ist dabei aber ein Unterschied zwischen Stadt und Land, vor allem in ländlicheren Bereichen ist das Vertrauen in die Polizei generell höher. Das könnte noch ein Überbleibsel aus alten Gendarmerie-Zeiten sein. Ein Stadt/Land-Gefälle hat es auch bei den Strafen wegen Corona-Vergehen gegeben - vor allem in den Ballungszentren wurde höher gestraft.

Der KURIER hat die Umfrage im Auftrag des Innenministeriums von Wolfgang Bachmayer von OGM-Institut auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen lassen. Dieser meint, dass die Werte vergleichbar sein mit anderen Umfragen aus der jüngeren Zeit. Nur dass laut dieser Umfrage 16 Prozent der Österreicher Kontakt mit der Exekutive während der Corona-Krise gehabt haben, hält Bachmayer für übertrieben. Das entspräche 1,5 Millionen Polizeikontakte pro Bürger, das würde übertrieben klingen.

Wolfgang Bachmayer

Fest steht, dass auch das Vertrauen in das Innenministerium während der Corona-Krise gestiegen ist. Immerhin 83 Prozent sind mit der Arbeit Stamm und der Informationspolitik des Ressorts sehr zufrieden oder zufrieden. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert.

Gewinner der Krise ist darüber hinaus Ressortchef Karl Nehammer (ÖVP): 86 Prozent sind mit seiner Leistung zufrieden, 82 Prozent mit seiner Information. Bachmayer sieht ihn sogar als „stärksten Aufsteiger in der Regierung“.

Nehammer sei zu Jahresbeginn mit schwachen minus zwei Prozent im OGM-Vertrauensindex gestattet. Das bedeutet, dass ihm mehr Menschen misstrauen als vertrauen.

Laut Bachmayer startete die Regierung mit viel „Auftrittsapplaus“ und guten Werten, Nehammer war vergleichsweise schlecht bewertet. Später stiegen seine Werte auf 29 Prozent plus im März zum Höhepunkt der Coronakrise, nun pendeln sie sich (wie vergleichsweise auch bei anderen Regierungsmitgliedern) auf rund 16 Punkten ein.

Ein jedenfalls hoher Wert für ein sonst sehr umstrittenes Amt wie jenes des Innenministers. Herbert Kickl lag im Bereich von minus 30 bis 50 Prozent. Doch auch ÖVP-Innenminister wie Johanna Mikl-Leitner (Werte zwischen minus zehn und 20 Prozent) oder Sobotka (meist knapp unter null) lagen durchwegs im Minusbereich.

Lob für die Polizei

Der aktuelle Innenminister lobt im Zusammenhang mit der Umfrage vor allem die Arbeit der Polizei: „Die Polizistinnen und Polizisten leisten 24/7 hervorragende Arbeit für die Menschen in unserem Land. Das Vertrauen der Menschen in die Polizei ist ein Grundpfeiler für unser demokratisches Zusammenleben“, sagt Nehammer.

Die größte Angst der Österreicher ist derzeit laut der Umfrage jedenfalls vor allem eine drohende Wirtschaftskrise, mehr als 44 Prozent rechnen damit. Dahinter folgen mögliche Kürzungen von Pensionen und Sozialleistungen. Erst abgeschlagen danach folgt eine möglicherweise schlechte medizinische Versorgung.

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