"So trocken wie noch nie": Diese Regionen in Österreich trifft es besonders
Bisher war es zu trocken in Österreich (Symbolbild)
Es ist Mitte April und damit Frühlings-Halbzeit, in gerade einmal sechs Wochen beginnt der meteorologische Sommer.
Doch 2026 schickt sich an, in die Geschichtsbücher der Meteorologen einzugehen: In weiten Teilen Österreichs herrscht eine bisher noch nie in einem Frühjahr erlebte Trockenheit.
Betroffen sind vor allem die Regionen im Süden und Südosten des Landes, speziell vom Lungau in Salzburg bis ins Südburgenland. In Tamsweg etwa fielen seit 1. März, dem meteorologischen Frühlingsbeginn, gerade einmal vier Liter Niederschlag pro Quadratmeter - das ist um 93 Prozent weniger als im langjährigen Mittel.
"Der trockenste Frühling"
Im Klagenfurter Becken, im Raum Graz und in Linz sei es zudem "so trocken wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen", erläutert Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet. "Hier bewegen wir uns für den Frühling auf Rekordniveau."
Wo es am wenigsten regnete
Über das gesamte Bundesgebiet als Flächenmittelwert gerechnet, liegt die Abweichung bei 60 Prozent. Es fiel also in der ersten Frühjahrshälfte um mehr als die Hälfte weniger Niederschlag als üblich für diese Jahreszeit. "Das ist nicht alltäglich", merkt Meteorologe Zimmermann an.
Am Beispiel der Landeshauptstädte zeigt sich, dass in Eisenstadt bisher fast die übliche Niederschlagsmenge erreicht wurde, Klagenfurt dagegen enorm unter der Trockenheit leidet:
- Klagenfurt - bisher fielen 9 Liter / Quadratmeter, das sind um 90 Prozent weniger Niederschlag als üblich.
- Graz - 9 Liter / Quadratmeter (Minus von 86 Prozent).
- Linz - 22 Liter / Quadratmeter (ein Minus von 75 Prozent).
- St. Pölten - 21 Liter/ Quadratmeter (ein Minus von 69 Prozent).
- Salzburg - 43 Liter / Quadratmeter (ein Minus von 64 Prozent).
- Wien - 35 Liter / Quadratmeter (ein Minus von 53 Prozent).
- Bregenz - 101 Liter / Quadratmeter (ein Minus von 33 Prozent).
- Innsbruck - 68 Liter / Quadratmeter (ein Minus von 20 Prozent).
- Eisenstadt - 64 Liter / Quadratmeter (ein Minus von 11 Prozent).
Zurückzuführen ist die momentane Situation auf die Häufung trockenerer Wetterlagen in Europa, das komme immer wieder vor. "Die Frage ist aber: Wie lang dauert das an? Und wie ist künftig die Häufung zu trockener Frühjahre?"
Der Niederschlag fehlt jedenfalls in der Landwirtschaft wie beim Grundwasser, auch wenn Zimmermann Optimist bleibt. "Der Frühling kann noch die Kurve kriegen."
Wie geht es weiter?
Doch dazu bräuchte es flächendeckenden, ausgiebigen Regen. Aber ist der in Sicht? Vorerst nur bedingt, überlegt Zimmermann: Die kommende Woche beginnt zwar deutlich trüber, am Montag soll es verbreitet regnen, das sei "besser als nichts, aber nur der Tropfen auf dem heißen Stein", betont Zimmermann.
Die langfristigen Wettermodelle bis Ende April deuten zwar auf niedrigere Temperaturen, aber nicht anhaltenden Niederschlag.
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